Elektronikmesse CES: Biegsame Bildschirme und emotionale Roboter

Künstliche Intelligenz, die Personalisierung elektronischer Produkte und Angriffe auf Daten stehen auch heuer im Mittelpunkt der größten Elektronikmesse CES in Las Vegas. Hier eine Analyse der aktuellen Situation.

Selbstlernende Autos, vernetzte Hundekörbchen, Gesichtserkennung für Kosmetiktipps: Künstliche Intelligenz und die Personalisierung elektronischer Produkte stehen auch heuer im Mittelpunkt der Elektronikmesse Consumer Electronics Show (CES). Sie öffnet am kommenden Dienstag für vier Tage ihre Tore in Las Vegas.

Die gigantische Fachmesse dürfte aber auch von den jüngsten Krisen beherrscht werden - dem Handelsstreit zwischen den USA und China und der stets aktuellen Debatte über Angriffe auf die Sicherhet von Daten.

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KI als Mittelpunkt der Messe

Wie schon zur Messe im vergangenen Jahr ist das Potenzial Künstlicher Intelligenz (KI) das Rückgrat der CES - und zwar in allen Bereichen: Verkehr, Gesundheit, Freizeit, Landwirtschaft, Sport. Ob "fühlende" Roboter, noch schlauere Sprachassistenten oder Neuheiten wie biegsame Bildschirme - die CES dürfte für jeden Verbraucher etwas im Angebot haben. Auf 250.000 Quadratmetern werden rund 4.500 Aussteller erwartet, darunter auch viele Autobauer mit den neuesten Angeboten vernetzter Fahrzeuge.

Keinerlei Vertrauen gegenüber "smarten" Geräten

Die smarten Geräte werden es aber auch schwerer haben denn je, das Vertrauen ihrer Kunden zu erobern. "Ich denke, 2019 wird ein Jahr der Herausforderungen für das Vertrauen in den Technologiesektor", sagt Bob O'Donnell, Experte am Institut Technalysis Research. Denn tausende der präsentierten Produkte berühren den Kern der Privatsphäre ihrer Nutzer.

Kameras, die Augenringe sehr genau registrieren

Sie sammeln Daten über Daten zu ihrem Musikgeschmack, zu Fahrgewohnheiten, Gesundheitsproblemen und der Beschaffenheit ihrer Gesichter - sei es für die Sicherheitskontrolle am Wohnhaus oder das passende Kosmetikprodukt für Augenringe. Die Öffentlichkeit sei dabei "misstrauisch wegen jüngster Vorfälle", sagt Roger Kay von der Beratungsfirma Endpoint Technologies Associates. Die Entwicklung der Industrie werde sich wegen dieser Skepsis wohl verlangsamen.

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Internetriesen horten Unmengen von Daten über Menschen

So hatte etwa der Datenmissbrauch bei Facebook für den US-Wahlkampf im vergangenen Jahr die Branche erschüttert. Auch Unternehmen wie Google horten Unmengen an privaten Daten. Produkte, die sich um die digitale Sicherheit der Verbraucher bemühen, könnten also besonderes Interesse wecken in Las Vegas - etwa Geräte, die Daten verschlüsseln oder die Mikrofone der Sprachassistenten blockieren.

Probleme mit dem Handelskonflikt am Weltmarkt

Der Veranstalter der CES, die Consumer Technology Association (CTA), sieht zudem den Handelsstreit zwischen den Wirtschaftsgiganten USA und China als zusätzlichen Bremsklotz für die Branche. Strafzölle auf Technologieprodukte erreichten demnach im Oktober einen Umfang von 1,3 Mrd. Dollar (1,1 Mrd. Euro).

Verhaftung der Huawei-Managerin stellt Lieferkette in Frage

Die Handelsstreitigkeiten und die Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Technologieriesen Huawei, Meng Wanzhou, hätten die "Lieferkette" des Technologiesystems in Frage gestellt, sagt auch der Experte O'Donnell. Das werfe einen Schatten auf die CES. Nicht nur sind Teile der Produktion großer US-Unternehmen nach Asien ausgelagert, auch ist China ein riesiger Absatzmarkt - und Konkurrent zugleich.

Generell sind Verbraucher gut beraten, sich mit der Speicherung ihrer Daten zu beschäftigen - etwa ob sie nur auf dem Smartphone bleiben oder in die Cloud gelangen. Auch wenn Unternehmen zu Werbezwecken die Daten und Infos sammelten, hätten viele die Furcht, dass "die Regierung Zugriff erhält", beobachtet Brenda Leong, Beraterin beim Think Tank Future of Privacy Forum in Washington.

Und auch wenn Datenschutzbedenken oft über Bord geworfen werden, solange das Gerät einen Mehrwert bietet oder das Leben bequemer macht - Experten beobachten, dass sich die Nutzer zunehmend damit beschäftigen, wer welche ihrer Daten erhält. Carolina Milanesi von der Forschungs- und Beratungsfirma Creative Strategies ist sicher: "Die Besucher werden definitiv mehr über Sicherheit und Datenschutz sprechen."

Wie weit die Entscheidungen Einzelner jedoch die Entwicklung jedes Menschen zum "gläsernen Bürger" aufhalten können, steht auf einem anderen Blatt. (afp/apa/red)

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