Ergebnisse

Elektronikfirma Keba erhöht Exportquote

Die Linzer Elektronikfirma Keba mit Hauptsitz in Linz hat im abgelaufenen Geschäftsjahr den Umsatz um 4,4 Prozent auf 189,5 Millionen Euro gesteigert. Auch die Exportquote hat zugelegt.

Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) nannte Vorstandsvorsitzende Gerhard Luftensteiner mit Hinweis auf die zuvor durchzuführende Aufsichtsratssitzung nicht. Es sollte aber etwa auf dem Niveau des Vorjahres - 14,8 Millionen Euro - liegen. Damals hatte das Umsatzplus 21 Prozent betragen. Es kam je zur Hälfte von der Akquisition des erstmals in der Bilanz konsolidierten niederländischen Automationsunternehmens Delem sowie vom Stammgeschäft. Dort gab es einmalig wirksam werdende Abrechnungen von Projektgeschäften. Deswegen und auch wegen der aktuellen konjunkturellen Bedingungen war für das nunmehr abgeschlossene Jahr nur ein leichtes Wachstum, ein "mittleres einstelliges Plus", budgetiert. Für das laufende gibt es zwar Planzahlen, aber auch diese kommuniziert das Unternehmen in Privatbesitz nicht.

Die Exportquote hat von 81,5 auf 86 Prozent zugelegt. Die Investitionen in Forschung und Entwicklung stiegen von 29,9 auf 32,3 Millionen Euro, die Quote nahm von 16 auf 17 Prozent zu. Die Zahl der Mitarbeiter ist zuletzt von 900 auf 940 gewachsen, davon 220 in internationalen Töchtern. Nicht eingerechnet in die Bilanz ist der Anteil von 25 Prozent an CBPM-Keba - ein Joint Venture für Bankautomaten mit einer Tochterfirma der Chinesischen Nationalbank. Diese Firma steigerte ihren Umsatz zuletzt von 40,5 auf 78,8 Millionen Euro und ihre Belegschaft von 526 auf 640 Personen. Das Wachstum erklärte Luftensteiner damit, dass man mit den Produkten und zuletzt gleich in zwei Banken mit obendrein hohen Stückzahlen landen konnte.

Hohes Wachstum in Asien

Überhaupt sieht er das Wachstum in Asien: In den vergangenen fünf Jahren stieg der Keba-Umsatz dort jeweils um durchschnittlich 22 Prozent. Man sei im Jahr 2000 nach Asien "rechtzeitig gegangen" und dort inzwischen mit den Bereichen Industrieautomation und Bank- und Dienstleistungsautomaten erfolgreich vertreten. Die Maschinensteuerung und Visualisierungssysteme seien an die speziellen Bedürfnisse in China angepasst worden. Parallel zu China dehnte der Automationsbereich seine Geschäfte in Richtung Japan, Taiwan und zuletzt Korea aus.

Doch auch in Europa sei man stark aufgestellt. Die Exportquote in die EU stieg von 60 auf 64 Prozent. In den USA bemerke man eine Belebung des Marktes. Dorthin werden aktuell mehrere tausend Stück Handbediengeräte geliefert, wie sie für die Steuerung von beispielsweise Lackier- oder Blechbiege-Robotern verwendet werden.

Während die Bereiche Industrie- und Bankautomation jedes Jahr rund gleich große Anteile am Gesamtumsatz haben, kommt der jüngste Zweig Energieautomation für die Steuerung von Alternativ-Heizungssystemen und E-Mobilität auf fünf bis sechs Prozent, schilderte Luftensteiner. Nachdem man sich noch vor 2010 entschieden habe, dort hineinzugehen und zu investieren "sind nun die Früchte zum Greifen nahe. Wir wollen in diesem Jahr kein Geld mehr verlieren und die Investitionen verdienen", sagte er. Das Unternehmen gehört nach eigenen Angaben mit 16.000 Stromtankstellen in Betrieb zu den weltweit Top-3-Anbietern für Ladeinfrastruktur für die E-Mobilität.

Um das Geschäft mit den Bankautomaten ist dem Keba-Chef trotz Überlegungen zur Abschaffung des Bargeldes, Zahlungen mit Karten und elektronischen Überweisungen "nicht bange". Die EZB-Statistiken würden zeigen, dass das Bargeld-Volumen weiter steigend sei. (apa)

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