Autoproduktion

Elektromobilität und Roboterautos kosten die Autoindustrie viele Milliarden

Der politisch und maßgeblich von China erzwungene Umstieg auf Elektroautos sowie der Trend zu autonomen Fahrzeugen kostet die Autoindustrie und ihre Zulieferer sehr viel Geld - die Fusionen der Branche dürften weitergehen, so eine Studie von Ernst & Young.

Der aktuelle Absatz- und Gewinnschwund bei vielen Autokonzernen dürfte den Trend zu Kooperationen und Fusionen in der Branche nach Ansicht von Experten noch verstärken. "Es steht eine Marktbereinigung bevor", resümierte der Leiter des Auto- und Transportbereichs beim Beratungsunternehmen EY, Constantin Gall, in einer aktuellen Bilanzanalyse.

Im Vorteil seien die Unternehmen, die bei den Zukunftsthemen Elektromobilität und Autonomes Fahren und zugleich finanziell jetzt gut aufgestellt seien. "Wer da nicht zur Spitze gehört, droht unter die Räder zu geraten", betonte Gall. "Einige der heute noch eigenständigen Autokonzerne werden in zehn Jahren nur noch als Marke innerhalb eines der wenigen Megakonzerne existieren."

Absatzflaute und hohe Kosten für neue Technologien haben der EY-Analyse zufolge zu Jahresbeginn tiefe Spuren in den Bilanzen der meisten Autokonzerne hinterlassen. Verkaufszahlen und Umsätze gingen zurück, die operativen Gewinne der weltweit größten Hersteller fielen insgesamt auf den niedrigsten Stand seit 2011. Die japanischen Autobauer büßten demnach im Vergleich zum ersten Quartal 2018 zusammen 40 Prozent ihres operativen Ergebnisses ein. Bei den drei deutschen Konzernen VW, Daimler und BMW waren es zusammen 29 Prozent.

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Nur die koreanischen Hersteller hätten ihren operativen Gewinn erhöht, schreiben die EY-Experten. Die französischen Hersteller fehlen allerdings in der Liste, weil ihre Zahlen nicht vorlagen.

Daimler schaffte es der Studie zufolge im ersten Quartal trotzdem auf Platz eins der weltweit profitabelsten Unternehmen. 7,1 Prozent vom Umsatz blieben als operatives Ergebnis übrig. Das ist zwar spürbar weniger als zu Jahresbeginn 2018, aber mehr als bei allen anderen untersuchten Herstellern. Auf Platz zwei landete Toyota mit 6,8 Prozent, dahinter Suzuki mit 6,5. Volkswagen lag mit 6,4 Prozent auf Rang vier, BMW rutschte mit nur noch 2,6 Prozent aus den Top Ten.

"Die Profitabilität sinkt auf breiter Front, und wenn sich die aktuelle Absatzschwäche fortsetzt, werden wir verstärkt Preiskämpfe sehen, die die Margen noch weiter belasten dürften", betonte EY-Autoexperte Peter Fuß. Um die explodierenden Kosten in den Griff zu bekommen, gehe der Trend zu mehr Kooperationen und sehr weitgehenden Partnerschaften.

Die hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung seien alternativlos, hieß es weiter. "Entscheidend wird sein, dass die Automobilhersteller auf jene Zukunftstechnologien setzen, die der Autokunde letztlich auch bezahlen wird. Nur so kann in Zukunft mit dem Produkt Auto weiterhin Geld verdient werden", sagte Gall. (dpa/apa/red)

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