Industrie

Einsetzender Boom - und wachsende Schwierigkeiten mit Vorprodukten

Die Industrie in Deutschland beklagt massive Probleme mit Vorprodukten. Eine entsprechende Umfrage des Ifo-Instituts zeigt bei diesem Punkt den höchsten Allzeitwert. Demnach klagen 45 Prozent der Industriefirmen über Probleme in den Lieferketten.

Massive Lieferkettenprobleme haben die deutsche Industrie im April belastet. "Die Industrie boomt, hat aber Probleme bei den Vorprodukten", sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe zu der Umfrage des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts unter Unternehmen. "45 Prozent der Industriefirmen klagen über Probleme - so viele wie nie zuvor."

Engpässe gebe es etwa bei Halbleitern, aber auch mit vielen anderen Produkten. "Da ist Sand im Getriebe bei der Beschaffung, und zwar über fast alle Branchen hinweg", sagte der Experte.

Dabei hat sich die Auftragslage der Industrie weiter verbessert, auch die Kapazitätsauslastung. "Die Industrie brummt", sagte Wohlrabe. "Ihre Exporterwartungen sind weiter gestiegen, sie will auch mehr Leute einstellen." Der exportabhängige Sektor profitiert vom anziehenden Welthandel, wobei vor allem die Weichen in den beiden weltgrößten Volkswirtschaften USA und China auf Aufschwung stehen. Beide Länder sind auch die wichtigsten Abnehmer von Waren "Made in Germany".

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"Logistik läuft im Schatten der Industrie sehr gut"

Von der Belebung im verarbeitenden Gewerbe profitieren auch viele Dienstleister. "Die Logistik läuft im Schatten der Industrie sehr gut", sagte Wohlrabe. "Klassische Bereiche wie Gaststätten und Touristik leiden aber nach wie vor unter Coronabeschränkungen."

Die Stimmung der Firmen in Deutschland hellt sich trotz der dritten Coronawelle im April leicht auf. Der Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte minimal auf 96,8 Punkte von 96,6 Zählern im März und damit auf den höchsten Wert seit Juni 2019. Dies ist der dritte Anstieg in Folge. Ökonomen hatten allerdings sogar mit 97,8 Punkten gerechnet. (reuters/apa/red)