Klimaabkommen

(2) Industriellenvereinigung: Neue Vorteile für China

Der von Donald Trump angekündigte Ausstieg aus dem Klimaabkommen bringe Gefahren für den Standort Österreich, so Sprecher der Industrielleneinigung, der Wirtschaftskammer und des Wifo. Die neue Situation biete aber auch Chancen.

(2) Industriellenvereinigung: Neue Vorteile für China

Der US-Ausstieg aus dem Klimaabkommen wird wohl Chinas Position auf den Weltmärkten stärken. Das Land, das stark in Umwelttechnologien investiere, werde von einem Rückzug der USA profitieren. "Wirtschaftlich am Nachteiligsten wirkt sich das aus für die Entwicklungsländer, also die Empfänger von Geld aus dem Klimafonds", erwartet Christian Helmenstein, Chefökonom der Industriellenvereinigung.

Nachteile für Europas Industrie werden größer

Auch wenn es auf ersten Blick paradox erscheine, könne China hoffen, rascher als bisher Weltmarktanteile zu gewinnen. In den USA werde die Politik von Präsident Donald Trump dazu führen, dass in den nächsten Jahren die Energiepreise weiter auf einem sehr niedrigen Niveau verharren. "Das verringert die Renditeerwartungen für Energieeffizienzprojekte und insofern hat es auch eine globale Ausstrahlung". Dadurch wird es also weltweit schwieriger werden, alternative Energieträger einzuführen.

Während der Rückzug aus dem Klimaabkommen wohl den Sektor der alternativen Energieträger in den USA schwächen wird, dürften die niedrigen Energiepreise energiefressende Industrien in den USA wettbewerbsfähiger machen. Das gehe von der Zement- bis zur Stahlindustrie.

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Dazu kommen noch die von Trump geplanten Deregulierungen und Steuersenkungen. Die US-Wirtschaft hatte schon bisher nach den meisten Kriterien - außer in der Qualifikation der Mitarbeiter - einen international wettbewerbsfähigeren Standort, "dieser Vorsprung vergrößert sich", sagte Helmenstein im Gespräch mit der APA.

Europa solle Subventionen flexibler gestalten

Europa solle trotzdem weiter auf den Umstieg auf erneuerbare Energieträger setzen, aber seine Subventionen flexibler gestalten und spezifischer einsetzen, empfiehlt Helmenstein. Einerseits sollte man weniger auf Preisstützung und mehr auf Innovationsförderung setzen.

Andererseits sollte jede Subvention ein Ablaufdatum haben - damit die Regierung auf neue Bedingungen eingehen kann. Es sei ja nicht gesagt, dass für die Elektromobilität batteriebetriebene Fahrzeuge der Weisheit letzter Schluss sind. Vielleicht stelle sich in einigen Jahren heraus, dass es doch eine Wasserstoffwirtschaft wird - und auch diese bräuchte dann eine "Initialzündung" mit Förderungen.

Amerikanische Konzerne hierher holen

Im Übrigen meint Helmenstein: "Es wäre doch jetzt der Tag, an dem man US-Unternehmen, die in diesen Bereichen zu den Weltmarktführern gehören, nach Europa und nach Österreich einlädt, hier ihre Zentralen, zumindest ihre Exportzentralen, aufzubauen".

Reaktionen im Überblick:
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