Stromwirtschaft

EAG: Mondi fordert mehr Anreize für energieintensive Industrie

Die heimische Stromwirtschaft drängt auf den Ausbau der Kraftwerke und der Wasserkraft in Österreich. Mit dem neuen EAG sei die Errichtung von zusätzlichen 30 Terawattstunden Erneuerbaren geplant, heißt es dazu aus dem Wirtschaftsministerium. Papierkonzern Mondi fordert mehr Anreize für die energieintensive Industrie.

Aus dem Wirtschaftsministerium von Elisabeth Köstinger (ÖVP) erhält die heimische Stromwirtschaft Unterstützung für ihre ehrgeizigen Ausbaupläne für Erneuerbare Energien.

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Bei den Investitionen in Stromnetze und Speicher sollten die Landesversorger und der Verbund so richtig vorangehen können, sagte der Generalsekretär des Ministeriums, Josef Plank, vor wenigen Tagen. Dabei geht es um zweistellige Milliardensummen.

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EAG und die Ausbauziele bei Erneuerbaren

Zum Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG), das in seinem Ressort ausgearbeitet wird und bis 2020 in Kraft sein soll, werde es einen breiten politischen Konsens geben müssen, so Plank. Dabei müssten Bund, Länder und Gemeinden "in eine Richtung marschieren". Mit dem geplanten Ausbauziel für zusätzliche 30 Terawattstunden (TWh) Erneuerbaren-Erzeugung bis 2030 stehe in Österreich ein "tolles Ausbauprogramm" bevor, US-Präsident Donald "Trump würde sagen 'great, great again'".

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Um für einen Strombedarf von 88 TWh im Jahr 2030 gerüstet zu sein, plant die Stromwirtschaft bis dahin die Errichtung von je 11 bis 13 TWh Wind- und PV-Anlagen sowie 6 bis 8 TWh Wasserkraft. Damit soll dann, bezogen auf rund 81 TWh, übers Jahr gerechnet eine 100-prozentige Versorgung mit Strom aus Erneuerbaren Energien möglich sein. Zum EU-Beihilfenrecht verwies Plank darauf, dass es 2021/22 überarbeitet und gelockert werden könnte, hier sei man in der Vergangenheit eventuell einen zu defensiven Ansatz gefahren.

Mondi fordert mehr Anreize für die Industrie

Rene Stadler, Energie-Chefeinkäufer beim Papierkonzern Mondi, urgierte für seine Branche finanzielle Anreize für ein das Stromsystem stützendes Verhalten von Industrieunternehmen. Man sollte sich von bestimmten Kosten befreien können, "wenn man Gutes tut", denn man könne durchaus flexibel agieren - auch saisonal.

Stadler verwies dabei auf insgesamt 150 Megawatt (MW) Speichermöglichkeit allein in der Holz- und Papierindustrie, etwa mit Hilfe von Biomasseanlagen. "Die Gesamtkosten machen uns Probleme. Wir wollen ein Anreizsystem für systemdienliches Verhalten. Deutschland hat das, Österreich nicht." So etwas müsse doch möglich sein, appellierte er an die E-Wirtschaft.

Stadler war früher jahrelang Energieverkäufer bei der EnergieAllianz Austria, heute kauft er für Mondi in 30 Ländern Energie ein.

Erdgas wird noch wichtiger

Erdgas werde in den nächsten Jahren und Jahrzehnten bei der Umstellung des Energiesystems eine starke Rolle spielen, das sei klar, meinte Plank beim "trendforum" von Oesterreichs Energie, dem Interessenverband der E-Wirtschaft. Möglicherweise werde auch "grünes Gas" mit hineingenommen, um die Gas-Infrastruktur ausnützen zu können. Einen Ausbau des Gasnetzes sieht der Generalsekretär aber nicht. In der Zeit nach 2030 werde spannend, welche Rolle P2Gas dann spielen könnte, um Angebots-Spitzen beim Strom zu kappen. Bei Stromüberschüssen in Europa glaube er eher, dass diese durch zu viel Kohlestrom und weniger durch zu viel Erneuerbare verursacht werden.

Längerfristig stünden bei der Systemumstellung auch andere Sektoren neben dem Strom unter "Stress", etwa der Wärmebereich. "Der Druck, die richtigen Maßnahmen zu setzen, nimmt bis zum Jahr 2050 eher zu", meinte Plank, ein gelernter Agrarökonom. Schließlich sei es ja auch das Ziel, den gesamten Energieverbrauch zu halbieren. "Wir reden also nicht nur über den Strom, sondern über eine Kehrtwende des gesamten Systems."

Bisher hätten sich in Österreich noch nicht alle Bereiche in Sachen Effizienz gleichermaßen hervorgetan. Die Industrie habe es gezeigt, aber "in der Logistik, dem Verkehr, haben wir die Effizienzsteigerungen noch nicht erreicht". (apa/red)

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