Elektroautos

E-Mobility: Test Peugeot 3008

Hohe Förderungen, Importeursaktionen und sinkende Händlerpreise: Noch heuer könnte Elektroautos im urbanen Verteilerverkehr der Durchbruch gelingen.

Alfred Berger Walter Hitziger Energie Top 1000 Manager

Alle Achtung. Wer mit dem Peugeot 3008 Hybrid Überland fährt, stellt recht bald fest, dass sich das Ökovehikel kaum von seinen Diesel-SUV-Kollegen unterscheidet. Der Crossover aus Limousine, Kombi und SUV schafft auf der Autobahn in der Einstellung „Sport“ in 8,2 Sekunden auf 100 km/h. In dieser Einstellung (der Peugeot lässt zudem die Wahl zwischen „Auto“, „ZEV“ und „4WD“) dreht der Wagen den Antrieb früher und schaltet das automatisierte Sechsganggetriebe schneller. Der Preis für die Sportlichkeit: Auf unserer Testfahrt von Wien ins deutsche Erlangen haben wir (bei sehr sportlicher Fahrweise) 7,1 Liter pro 100 Kilometer verbraucht.

Sparsamer „Auto“-Modus

Sparsamer ist da schon der „Auto“-Modus. Hier entscheidet das System in jeder Hundertstelsekunde, welcher Antrieb welche Funktion übernehmen soll, um möglichst zuverlässig den versprochenen Durchschnittsverbrauch von 4,1 Litern Diesel zu erreichen. Das Zusammenspiel von Elektroantrieb, Batterieaufladung und Dieselantrieb kann am Display des Fahrzeugs in Echtzeit beobachtet werden. Das Blinken am Display hatte während unserer Testfahrt fast schon hypnotische Wirkung – und wirkte auch im Verbrauch. Im Stadtverkehr mit intensivem Stop-and-go kamen wir mit 4,9 Liter aber erstaunlich nah an die (unter Idealbedingungen errechneten) Herstellerangaben von 4,1 Liter pro 100 Kilometer (104 Gramm CO2 pro Kilometer). Gewöhnungsbedürftig ist dabei allerdings die enorm starke „Motorbremse“, die beim Fuß-vom-Gas-Nehmen tatsächlich die Antriebsbatterie lädt und relativ rasch den Stillstand des Vehikels herbeiführt.

Vollelektromodus

Der Vollelektromodus (ZEV, Zero Emission Vehicle) des Peugeot 3008 Hybrid enttäuscht jedoch ein wenig. Mit (laut Displayanzeige) voll geladener Batterie lassen sich im Stop-and-go des Stadtverkehrs gerade mal 1500 Meter zurücklegen. Die Batterie, die das umgerechnet 37 PS starke Stromaggregat antreibt, ist nun mal eigentlich nur zur Energiezufuhr im Stop-and-go und als Booster für den Diesel angelegt. Insgesamt nimmt sich der Verbrauch des französischen Ökocrossovers angesichts der zusätzlichen 120 Kilo (im Vergleich zum vorderradgetriebenen Peugeot 3008 HDi, die Batterie!) relativ gut aus. Da ist die schwere Last, die wir erst am letzten Testtag im Kofferraum entdeckten (fast 50 Kilo Werbematerial von Peugeot) noch nicht einmal eingerechnet.

Rudolf Loidl

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