Elektroautos

E-Mobility: Quantensprung

Hohe Förderungen, Importeursaktionen und sinkende Händlerpreise: Noch heuer könnte Elektroautos im urbanen Verteilerverkehr der Durchbruch gelingen.

Alfred Berger Walter Hitziger Energie Top 1000 Manager

Öko-Enthusiasmus zeigte auch die Post AG, als sie im Dezember zehn Renault Kangoo Zero Emission zu Testzwecken in ihren Fuhrpark stellte. Die mit dem Berlingo wettstreitenden Kleintransporter haben gegenüber ihren französischen Brüdern laut Liste einen klaren Preisvorteil: Der Elektro-Zweisitzer kostet netto 20.000 Euro, der vergleichbare Diesel-Kangoo um die 13.000 Euro.

Durch Förderungen sind die Anschaffungskosten praktisch gleich – ein Quantensprung in der Wettbewerbsfähigkeit der elektrischen Mobilität. Post-Vorstand Walter Hitziger: „Bis 2015 planen wir, über 1.000 E-Fahrzeuge in die Flotte zu integrieren.“ Auch er macht den definitiven Ausbau des E-Fuhrparks „vom weiteren Förderumfeld“ abhängig. Die Anschaffungskosten beschreiben beim Kangoo ZE nur einen Teil der Wahrheit. Renault betrachtet Auto und Akkueinheit als unterschiedliche Wirtschaftsgüter. Daher kommt zum Kaufpreis noch eine Batteriemiete von 89 Euro netto pro Monat (bei 20.000 Jahreskilometern). Dafür werden die Lithium-Ionen-Akkus bei Minderleistung oder technischen Innovationen ersetzt, und zwar anstandslos, wie Renault verspricht.

Der tägliche Umgang mit den Stromautos ist einfach, braucht aber noch das eine oder andere Accessoire: Per mitgeliefertem Kabel kann der Kangoo ZE an zahlreichen öffentlichen Ladesäulen oder an einem privaten Gerät in der eigenen Garage geladen werden – die „Wallbox“ ist für rund 800 Euro über Stromversorger erhältlich. Sechs bis acht Stunden dauert es, bis die Kapazitätsanzeige wieder 100 Prozent zeigt.

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Sozusagen als Notlösung funktioniert das Nachtanken auch an haushaltsüblichen Steckdosen, dauert dann aber zehn bis zwölf Stunden. Eine Schnellladefunktion, die das Auffüllen in einer halben Stunde erlaubt, ist erst Ende 2012 zu haben. Alfred Berger, Geschäftsführer der Raiffeisen-Leasing-Fuhrparkmanagement, setzt große Hoffnungen auf die neuen E-Modelle: „Wir haben heuer ein Jahr der Entscheidung. E-Mobilität hat mit den neuen Angeboten zu vernünftigen Preisen erstmals eine echte Chance. Bisher war das eher ein Thema für die Medien, weniger für Unternehmen.“ Die Raiffeisen Leasing wartet mit einem Angebot für einen Elektro-Berlingo auf, in der die Leasingraten unter jenen eines Dieselmodells liegen.

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