Erdgas

E-Control plant Gaskennzeichnung ab dem Sommer

Die Energieregulierungsbehörde E-Control plant eine Gaskennzeichnung. Dabei soll künftig - wie bereits jetzt beim Strom - ausgewiesen werden, aus welchen Quellen das Gas kommt. Im Vordergrund steht dabei die Schaffung von Transparenz für die Endkunden. Ein Testbetrieb mit freiwilligen Teilnehmern soll bereits im Sommer 2019 starten.

Verpflichtend wird die Gaskennzeichnung spätestens mit 1. Juli 2021, bis dahin muss eine entsprechende EU-Richtlinie umgesetzt werden laut der der Kunde ein Recht auf transparente Kennzeichnung hat. In Österreich soll die Verpflichtung bereits mit 1. Jänner 2021 in Kraft treten, schlägt die E-Control vor. Für einen entsprechenden Verordnungsentwurf ist nun die Begutachtung abgelaufen.

Abgeglichen werden soll das Vorhaben auch mit der im "Erneuerbaren Ausbau Gesetz" (EAG) geplanten Neuordnung der Ökostromförderung. Eine Zielsetzung des EAG soll nach Regierungsplänen sein, einen wesentlichen Anteil von Erdgas durch erneuerbares Gas zu ersetzen - also etwa durch Biomethan aus biogenen Reststoffen, durch Wasserstoff oder synthetisches Methan.

White Paper zum Thema

Die E-Control sei überzeugt, dass eine ordentliche Gaskennzeichnung zu Transparenz bei den Kunden führe und für die Unternehmen Rechtssicherheit bringe, so Harald Proidl, Leiter Abteilung Ökoenergie und Energieeffizienz in der E-Control, am Mittwoch bei einem Webinar zum Thema "Gaskennzeichnung - Puzzlestein um das Gas grün zu machen".

Als zwingend notwendig für eine zuverlässige Überprüfung erachtet die E-Control die Angabe des Versorgermix. Zusätzliche Angaben, um sich von anderen Anbietern zu unterscheiden sollen zulässig sein. Den Kunden will man drei große Kategorien zur Verfügung stellen: Erdgas, Erneuerbares Gas (mit Unterteilungen wie Biomethan oder Wasserstoff auf Basis erneuerbarer Energie) sowie Gas aus sonstigen Energieträgern wie beispielsweise Kokereigas. Um ein "Grünwaschen" bei der Umwandlung von Strom in Gas ("Power to Gas") zu verhindern wird auch die Herkunft des dabei eingesetzten Stroms berücksichtigt.

Die technische Umsetzung in der Datenbank und der Testbetrieb sind für den heurigen Sommer geplant, der Vollbetrieb zur Erstellung von Herkunftsnachweisen für Anfang 2020. (apa/red)

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