Automobilindustrie

Dresdner "Gläserne Manufaktur" bezieht Strom vom Verbund

Volkswagens Werk in Dresden bezieht in Zukunft den Strom aus österreichischer Wasserkraft - nämlich vom Verbund. In der "Gläsernen Manufaktur" werden unter anderem der elektrische "Golf" und bald der "ID" produziert, das künftige Flaggschiff des Herstellers bei Elektroautos.

Kollege Roboter übernimmt: Bei Volkswagen erfolgt der Einbau des Dachhimmels beim elektrischen Golf ab sofort vollkommen automatisiert.

"Gläserne Manufaktur" nennt sich das VW-Werk in Dresden, wo derzeit der Elektro-Golf von Volkswagen gefertigt wird. Das Gebäude mit riesigen Glasfronten im Industriegebiet der sächsischen Hauptstadt lädt Besucher ein, die hier die Produktionslinie des Elektroautos besichtigen können.

Der "grüne" Strom für das Ganze wird in Österreich beim Verbund gekauft, auch für das VW-Werk in Zwickau. Der Strom des größten österreichischen Versorgers bessert VW bei die CO2-Bilanz auf. Derzeit wird hier der Elektro-Golf zusammengebaut, sprich Karosserie und Elektromotor werden in einer "Hochzeit", wie es die Autobauer nennen, vermählt. Während die Produktion des E-Golfs sehr transparent gehandhabt wird, zeigt man sich bei den Managern betreffend der nächsten Generation der Elektroautos von VW eher bedeckt.

Aktuell zum Verbund:
Verbund-Chef Anzengruber: "2019 wird ein gutes Jahr sein" >>

White Paper zum Thema

Kompletten Einbau des Dachhimmels übernimmt ein Roboter

Am Dresdner Standort erprobt VW verschiedene neue Technologien zur Automatisierung der einzelnen Arbeitsschritte in der Montage. Das erste Projekt dieser Art ist nach Angaben des Konzerns eine Weltneuheit in der Autoindustrie: Ab sofort werde der Dachhimmel beim E-Golf serienmäßig durch einen Roboter eingebaut. Auch in der Produktion des ID soll dieser Schritt übernommen werden.

Mehr dazu von VW hier >>  
Hier ein kurzes Video von VW zum automatisierten Einbau des Dachhimmels >>

Beim neuen E-Auto von VW, in der "ID"-Modellfamilie, soll es je nach Kundenwunsch eine abgestufte Reichweite der Batterie geben: Ein Kunde kann sich dann ein Auto mit einer Reichweite von 330, 450 oder 550 Kilometern aussuchen können. Der grundlegende Unterschied zum E-Golf: Dieser ist nur umgerüstet auf Elektroantrieb, während man bei der neuen Elektroauto-Generation das Fahrzeug um die Batterie herumbauen will.

Aktuell zum Thema:
Volkswagen schichtet Milliarden um - und streicht viele tausend Job >>  
ID statt Golf und Passat: VW baut Fabriken für Elektroautos um >>  
MEB: Volkswagens neue Plattform für Elektroautos >>

Um die CO2-Ziele zu erreichen wird der Ausstoß der gesamten Fahrzeugflotte eines Anbieters gemessen. In der EU ist festgelegt, dass Neuwagen im Flottendurchschnitt im Jahr 2021 nicht mehr als 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen sollen.

Wenn sich bis dahin der Anteil der Elektromobilität auf 15 Prozent hebe, könne VW das Ziel erreichen, gibt man sich bei den VW-Managern in Dresden zuversichtlich. Schwieriger werde dann die nächste Hürde, nämlich nur mehr 60 g CO2-Ausstoß pro Kilometer im Jahr 2030. Dafür müsste ein 40-prozentiger Anteil an Elektromobilität in der Flotte gelingen.

Vor dem E-Golf wurde in der "Gläserner Manufaktur" übrigens die VW-Luxuslimousine Phaeton hergestellt. Die Produktion des Phaeton wurde jedoch 2016 ganz eingestellt. (apa/red)

Verwandte tecfindr-Einträge