Maschinenbau

Drei Bietergruppen legen Angebot für Thyssens Aufzugsparte

Mindestens drei Bieterkonsortien haben Eingeweihten zufolge ihre Angebote für die Aufzugsparte von Thyssenkrupp auf den Tisch gelegt. Die Sparte gilt als die Ertragsperle des deutschen Industrieriesen.

Im Rennen um die Aufzugssparte von Thyssenkrupp haben Insidern zufolge mindestens drei Bieterkonsortien erste Offerten vorgelegt. Die Interessenten wollten auch um die Unterstützung der Arbeitnehmer buhlen, da diesen eine Schlüsselrolle für ein erfolgreiches Angebot zugeschrieben werde, sagten vier mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Die drei Bietergruppen

Erstens hat demnach der finnische Konzern Kone zusammen mit dem Investor CVC ein erstes, unverbindliches Angebot eingereicht. Der finnische Konkurrent von Thyssenkrupp habe CVC mit ins Boot geholt, um Bedenken der Kartellbehörden zu zerstreuen.

Zweitens haben den Eingeweihten zufolge die Finanzinvestoren Blackstone und Carlyle zusammen mit dem Canada Pension Plan Investment Board eine Offerte eingereicht.

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Drittens schließlich bieten auch die FInanzfirmen Advent, Cinven mit der staatlichen arabischen Beteiligungsgesellschaft Abu Dhabi Investment Authority ein Angebot vor.

Die japanische Hitachi, die ebenfalls ein Auge auf den Konkurrenten geworfen hatte, sei dagegen aus dem Rennen.

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Die Mitarbeiter überzeugen - oder zumindest so tun

Die Bieter seien an der Übernahme eines Mehrheitsanteils am Thyssenkrupp-Aufzugsgeschäft interessiert, sagten die Insider. Sie könnten sich aber auch mit weniger zufriedengeben. Den Interessenten sei klar, dass sie auch die Arbeitnehmerseite mit Zugeständnissen bei Stellen und Standorten von ihren Offerten überzeugen müssten. Die Sparte beschäftigt rund 50.000 Mitarbeiter, etwa 5.000 davon in Deutschland.

Eine besondere Sparte, die unantastbar war - früher

Die Aufzugssparte Elevator ist die Ertragsperle des Konzerns. Experten beziffern ihren Wert auf zwölf bis 17 Mrd. Euro. Für Thyssenkrupp war Elevator lange Zeit unantastbar. Unter dem Druck hoher Verluste und Schulden will der deutsche Konzern mindestens einen Teil an die Börse bringen oder verkaufen.

Die Arbeitnehmer pochen auf Vereinbarungen mit einem möglichen Käufer. Ohne eine Vereinbarung mit der IG Metall und ohne klare Zusagen für die Beschäftigten werde es von der Gewerkschaft keine Zustimmung geben, hatte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann gesagt. (reuters/apa/red)

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