Maschinenbau

DMG Mori erreichte 2015 das beste Jahr der Firmengeschichte

Der deutsche Werkzeugmaschinenbauer verbuchte 2015 das beste Jahr seiner 147-jährigen Geschichte. Besonders gut lief es bei industriellen Dienstleistungen. Doch für heuer erwartet der Hersteller weniger Gewinn.

Maschinenbau Werkzeughersteller DMG Mori Seiki DMG

Nach Bestmarken 2015 erwartet der deutsche Werkzeugmaschinenbauer DMG Mori erst einmal kein weiteres Rekordjahr. "Wir sind zwar gut ins Jahr gestartet und werden sicher ein ordentliches Ergebnis abliefern", sagte Vorstandschef Rüdiger Kapitza in Frankfurt.

Die Hausmesse in Pfronten und die Fachmesse METAV mit Gesamtbestellungen über rund 850 Maschinen für 230 Mio. Euro seien vielversprechend gewesen. Aber der Weltmarkt insgesamt sei doch sehr volatil, daher bleibe er erst einmal vorsichtig, betonte Kapitza.

"Hochprofitable" industrielle Dienstleistungen

Anlass zum Optimismus sah der Manager gleichwohl im Bereich der "hochprofitablen" industriellen Dienstleistungen, die 2016 um rund 50 Mio. auf mehr als 500 Mio. Euro wachsen würden. Das am schnellsten wachsende Geschäft mit zweistelliger Rendite sei allerdings die additive Fertigung, also die Herstellung von Bauteilen auf Basis digitaler 3D-Technologie. Nach einem Umsatz von 70 Millionen im Vorjahr werde 2016 sicher die 100-Millionen-Marke übersprungen. Das Potenzial dieser Technologie sei immens. Kunden seien unter anderem die Luft- und Raumfahrttechnik und die Automobilindustrie. Mit Porsche etwa kooperiere DMG bei der Entwicklung von Autoteilen für den Motorsport.

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Wachstumspotenziale machte Kapitza zudem in Europa, den USA, in China, Korea, Indien, Mexiko, Taiwan und den Ländern Südostasiens aus. "In Südkorea legen wir 2016 richtig los." Das sei ein sehr vielversprechender Markt. Nach der Eröffnung des Werkes in Russland im Mai werde im Juli eine Fabrik in Seoul an den Start gehen.

Der Verkauf des rund neun-prozentigen Anteils am japanischen Großaktionär DMG Mori Company sorgte 2015 für einen Ergebnissprung. Dieser Sondereffekt von rund 37 Mio. Euro hievte den Überschuss um 32 Prozent auf 159,6 Mio. Euro. "Damit ist die Überkreuzbeteiligung weg", so Kapitza. Der Verkauf sei nach dem japanischen Recht zwingend gewesen. Die japanische DMG Mori hält inzwischen rund 60 Prozent. Der nächst größere Aktionär ist der Finanzinvestor Elliot mit rund 15 Prozent.

Bei einem Umsatzplus von drei Prozent auf 2,3 Mrd. Euro steigerte DMG 2015 den operativen Gewinn (Ebit) um zwei Prozent auf 185,9 Mio. Euro. Die Aktionäre sollen an den Zuwächsen mit einer um fünf Cent auf 0,60 Euro angehobenen Dividende beteiligt werden.

Für 2016 kündigte Kapitza nach dem Wegfall des Sondereffektes einen deutlichen Rückgang des Überschusses an. Beim Auftragseingang, der 2015 um zwei Prozent auf knapp 2,3 Mrd. Euro geschrumpft war, rechnet der Manager mit einer leichten Verbesserung, beim Umsatz mit Stagnation. (APA/Reuters)

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