Digitalisierung

Digitalisierung: Österreichs Mittelstand rechnet mit dem Verlust von Arbeitsplätzen

Die meisten kleinen und mittleren Unternehmen in Österreich seien "digitale Neulinge" oder "digital bewusst", heißt es zu einer Studie der WU Wien. Die Vorbehalte sind massiv: Der größte Teil der Betriebe rechnet mit dem Abbau von Arbeitsplätzen.

"Digitale Transformation lässt sich nicht vermeiden" -  mit einer neuen Studie trommelt die Wirtschaftskammer einmal mehr für die Digitalisierung und gegen alle Vorbehalte in der heimischen Firmenlandschaft.

Doch der größte Teil der Unternehmen in Österreich stimmt in diesen Jubel nicht ein: Laut einer Studie der WU Wien rechnet ein Großteil der KMU mit einem durch die Digitalisierung vorangetriebenen Jobabbau. Die meisten Betriebe würden mit dem Verlust von Arbeitsplätzen rechnen, so Alexander Keßler vom Institut für KMU-Management der WU Wien bei der Studienpräsentation.

Außerdem sind für jedes dritte KMU die fehlenden Kenntnisse als größte Herausforderung. Gewünscht wird mehr Beratung. Entwicklungsbedarf haben demnach vor allem Kleinst- und Kleinunternehmen. Auf der anderen Seite sehen laut der Umfrage zwei Drittel der KMU in der Digitalisierung eine Chance zur Neugewinnung von Kunden. Die Hälfte erhofft sich dadurch Kostenersparnisse.

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"Der Großteil der befragten KMU über alle Branchen und Bundesländer hinweg befindet sich im Bereich 'Digitaler Neuling' oder 'Digital bewusst'", glaubt Sophia Pipke von der Unternehmensberatung Arthur D. Little.

Wer in die Kategorie "digital bewusst" fällt, weiß zumindest schon, dass man sich "digital transformieren" muss und setzt erste Schritte. Diese Betriebe arbeiten zum Beispiel an einer eigenen Homepage oder denken daran, soziale Medien für ihr Unternehmen zu nutzen. Letzteres mache hierzulande erst die Hälfte der KMU.

Mobilfunker zahlt für die Studie mit

Die Branche 'Information und Consulting' ist im Index am weitesten fortgeschritten, vor allem in den Sparten 'Gewerbe' und 'Handwerk' gibt es Aufholbedarf", so Alfred Harl, Obmann des WKO-Fachverbandes für Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT). An der Studie, die von der WKO, Arthur D. Little, Hutchison Drei und dem KMU-Institutsvorstand der Wirtschaftsuniversität Wien durchgeführt wurde, haben 1.700 Unternehmen aus den sieben Sparten der Wirtschaftskammer teilgenommen.

Dass der finanzielle Aufwand die Betriebe abschreckt, sich mit der Digitalisierung zu beschäftigen, glaubt Pipke nicht. "Es gibt inzwischen viele günstige Möglichkeiten." Vielmehr ist es Unwissenheit und mangelnde Information, die die Unternehmer verunsichern. Die WKO will ihrerseits "Wegbegleiter in die Digitalisierung" sein: Ab Herbst soll es umfassende landesweite Veranstaltungen und Digitalisierungs- sowie Beratungsförderungen geben. (apa/red)