HR-Report

Digitalisierung ist kein Schwerpunkt-Thema in heimischen HR-Abteilungen

Wie Mitarbeiter mit digitalen Veränderungsprozessen im Unternehmen umgehen, ist in Österreich noch kaum Thema – ganz im Gegensatz zu unseren Nachbarländern.

Hays Personalvermittler Arbeitszeitflexibilisierung Mark Frost

Wenn man sich in österreichischen HR-Abteilungen umhört, dominieren ganz andere Themen die Agenda als in jenen in Deutschland und der Schweiz. Während in den Nachbarländern der Fokus auf die Vorbereitung der Mitarbeiter auf Digitalisierung und die dadurch entstehenden Veränderungsprozesse gelegt wird, steht in Österreich die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur auf dem ersten Platz. Topthemen Nummer zwei und drei sind hierzulande der Ausbau des Talent Managements, sowie die Mitarbeiterbindung.

Das sind einige Ergebnisse des neuen HR-Reports 2017, für den das Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) im Auftrag des Personaldienstleisters Hays knapp 600 Unternehmen zu den wichtigsten HR-Themen befragt hat. Den diesjährigen Schwerpunkt setzte Hays auf das Thema „Kompetenzen für die digitale Welt“.

Zusammenarbeit wird komplexer

Die wichtigste Herausforderung bei der Gestaltung des digitalen Wandels sehen die Befragten in Österreich dabei im Managen der immer komplexer werdenden Zusammenarbeit ihrer Mitarbeiter, etwa bei Projekten. Die bestehende Führungskultur an flexible Arbeitsmodelle anzupassen wird als zweitwichtigste Herausforderung bewertet.

Die Bereitschaft der Mitarbeiter zu fördern, sich aktiv auf Veränderungen einzulassen, ist das Feld, auf dem die Befragten den höchsten Handlungsbedarf sehen. Hier sind, wie die Umfrageergebnisse zeigen, in erster Linie mentale Kompetenzen notwendig, deren Vermittlung aber als schwierig erachtet wird: 64 Prozent betrachten es zudem als schwierig, die Mitarbeiter auf die Veränderungen in der Arbeitswelt vorzubereiten und ihre Eigenverantwortung zu stärken.

Flexibilisierung ist das Stichwort

„Flexible Arbeitsstrukturen sind ein zentraler Schlüssel für den digitalen Wandel. Dabei geht es sowohl um neue Arbeitsweisen als auch um andere Formen der Zusammenarbeit. Dagegen sind flexible Arbeitszeiten oder Homeoffice etabliert, nun geht es um einen neuen Schritt“, kommentiert Jutta Rump, Leiterin des IBE, die Bedeutung der Flexibilisierung.

Der Report zeigt auch, dass trotz zunehmender Digitalisierung und dem damit verbundenen Damoklesschwert Jobverlust fast 60 Prozent der befragten Unternehmen weitere Neueinstellungen planen. „Nur zwölf Prozent stellen momentan nicht ein und planen dies zurzeit auch nicht“, schildert Mark Frost, Geschäftsführer von Hays Österreich. Ein weiterer, wichtiger Aspekt der Studie sei, so Frost, dass die Mitarbeiterbindung für mehr als 89 Prozent der Befragten von Bedeutung ist.