Motorbau

Dieter Zetsche will drohenden Verboten von Dieselmotoren zuvorkommen

Der Konzernchef von Daimler will Fahrverbote von Dieselautos auch mit Nachrüstungen vermeiden. Verbesserungen seien auch bei Autos der Abgasnorm Euro 5 möglich. Einen Teil der Kosten dafür sollen laut Zetsche auch Autohersteller tragen.

Daimler-Chef Dieter Zetsche hält Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in Innenstädten für kaum praktikabel und schlägt stattdessen unter anderem eine "softwarebasierte" Emissionsminderung vor. Eine nennenswerte Verbesserung der Emission von Fahrzeugen mit der Abgasnorm Euro 5 sei möglich, sagte Zetsche im Deutschlandfunk.

Bei der Kostenübernahme für eine solche Nachrüstung älterer Dieselautos würden "die Hersteller sicherlich auch dabei sein".

Fahrverbote seien zwar eine politische Antwort auf die hohen Emissionen auch durch den Verkehr, könnten aber "überhaupt nicht praktiziert werden", sagte Zetsche dem Sender. "Es kann ja niemand im Berufsverkehr morgens in jeden Motorraum reinschauen und das saubere von einem schmutzigen Fahrzeug unterscheiden oder von dem weniger sauberen Fahrzeug."

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"Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten"

Stattdessen gebe es "eine ganze Reihe von Möglichkeiten", sagte Zetsche. Er nannte eine "Verflüssigung des Verkehrs", weil ruhender Verkehr die höchsten Emissionen aufweise. Zudem seien Nachrüstungen möglich, die sich auf die Software des Fahrzeugs beziehen. Die Kosten bewegten sich in "signifikant kleineren Größenordnungen" als die 1.500 Euro, die Bosch-Chef Volkmar Denner genannt hatte.

"Wenn es am Ende des Tages für alle Beteiligten, in allererster Linie für unsere Kunden und die Kommunen, zu einem Win-Win kommen kann, dann werden die Hersteller sicherlich auch dabei sein."

Opposition in Deutschland begrüßt den Vorschlag

Cem Özdemir, Parteichef der deutschen Grünen, begrüßte die Bereitschaft Zetsches, Diesel-Fahrzeuge nachzurüsten, wie er erklärte. Dies sei auch ein Erfolg der Initiative der grün-schwarzen Landesregierung in Baden-Württemberg und zugleich "hochnotpeinlich" für die Bundesregierung.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hätten die Autohersteller schlicht unterschätzt und ihre ganze Kraft darauf verwendet, die Gefahr durch giftige Stickoxide kleinzureden. (afp/apa/red)

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