Stahlindustrie

Die zentrale Frage zu Chinas Überkapazitäten bei Stahl

Chinas Stahlindustrie hat im Juli wieder so viel produziert wie noch nie. Staatliche Konjunkturprogramme treiben die Nachfrage weiter an. Für Europäer und die USA stellt sich die Frage: Wie ernst ist es Peking mit dem Abbau seiner Überkapazitäten wirklich?

In China ist die Industrieproduktion im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,4 Prozent gestiegen. Das teilt die Regierung mit. Marktbeobachter haben einen höheren Wer erwartet, nachdem das Plus der chinesischen Konjunktur im Juni noch bei 7,6 Prozent gelegen hatte.

Chinas Stahlproduktion steigt um über zehn Prozent

Als Stütze der Wirtschaft erwiesen sich erneut die massiven Investitionen der Regierung in die Verkehrswege: Diese führten dazu, dass die Stahlproduktion im Juli auf einen neuen monatlichen Rekordwert von 74,02 Millionen Tonnen nach oben schnellte - ein Plus von 10,3 Prozent zum Vorjahr.

Zuletzt hat China mit sofortiger Wirkung Stahlimporte aus Nordkorea verboten und damit eine Resolution der Vereinten Nationen umgesetzt.

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Westen reagiert mit neuen Strafzöllen

Unterdessen wachsen in den USA und in Europa Zweifel daran, dass die Regierung die Überkapazitäten in dem Sektor überhaupt wirksam abbauen kann. US-Präsident Donald Trump wirft chinesischen Produzenten vor, dass sie Stahl unter dem Herstellungspreis auf den Markt werfen. Seine Regierung hat als Antwort auf die Dumpingpraxis mehrmals Strafzölle verhängt.

Aber auch die Europäer werfen China Preisdumping auf dem Stahlmarkt vor. Zuletzt äußerte sich Deutschlands Kanzlerin Angela Merke dahingehend. Ob allerdings Merkel ihrer Sonntagsrede weitere Schritte folgen lässt, ist offen.

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So sehen die Maßnahmen gegen Überkapazitäten tatsächlich aus

Die Regierung in Peking hat zwar Produktionskürzungen für Billigsorten wie etwa Baustahl durchgesetzt. Doch zugleich können Hüttenwerke ihre Anlagen problemlos erweitern, wenn sie striktere Umweltauflagen erfüllen. Dadurch ist ein Großteil der staatliche Anstrengungen zum Abbau der Überkapazitäten verpufft.

(red/reuters/apa)

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