Russland-Sanktionen

Die Wogen gehen weiter hoch: Siemens und Russen streiten über Turbinen auf der Krim

Wer hat wem die Rücknahme der Geräte angeboten, wer ist Opfer, wer Täter? Siemens sieht sich definitiv als Opfer seines Kunden und reichte Klage gegen Abnehmer TPE ein.

Russland-Sanktionen Ukraine-Krise Maschinenbau Siemens

Das Auftauchen von Siemens-Kraftwerksturbinen auf der Krim trotz EU-Sanktionen sorgt für Streit zwischen dem deutschen Konzern und seinem russischen Abnehmer. Das russische Unternehmen Technopromexport (TPE) erklärte, man habe Siemens vor der Lieferung der vier Gasturbinen auf die Krim einen Rückkauf der Geräte angeboten. Siemens habe das Angebot aber abgelehnt, so ein TPE-Sprecher.

Der deutsche Konzern widersprach dem Statement aus Moskau: Siemens selbst habe einen Rückkauf angeboten, sei jedoch umgekehrt bei den Russen auf Ablehnung gestoßen, erklärte ein Unternehmenssprecher in München. Die Lieferung auf die Krim sei "rechtswidrig, entgegen klarer vertraglicher Vereinbarungen" erfolgt.

Auf der 2014 von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel sind Siemens-Gasturbinen aufgetaucht, die eigentlich für ein Projekt auf der südrussischen Halbinsel Taman bestimmt waren. Weil Russland wegen der Krim Sanktionen der Europäischen Union unterliegt, dürfen europäische Unternehmen dort keine Geschäfte machen.

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Siemens sieht sich als Opfer seines Kunden und reichte in Moskau bereits Klage gegen den Abnehmer TPE ein. TPE ist Generalunternehmen für das nie gebaute Kraftwerk auf Taman und für die auf der Krim geplanten Projekte. Der Vorgang sorgt auch für diplomatische Verstimmungen zwischen EU-Staaten wie Deutschland und Russland. (apa/Reuters)

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