Analyse

Welche Industrieländer haben die langfristigsten Wachstumschancen?

Mehr als drei Jahre nach der offiziellen Erholung der Weltwirtschaft haben die Industrieländer immer noch mit einer schwachen Konjunktur zu kämpfen. Bei einigen wird ein dauerhaft stagnierendes Wachstum prognostiziert, einige können sich aber global behaupten. Welche Industrieländer der OECD sind gut genug aufgestellt, um in den nächsten Jahren wieder stärkeres Wachstum zu erreichen?

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Um aus 23 Industrieländern jene herauszufiltern, die das geringste Risiko für eine lang anhaltende Wachstumsschwäche oder sogar eine Phase der wirtschaftlichen Stagnation aufweisen, haben die Analysten von Coface fünf Kriterien herangezogen.

Zuerst sind sowohl die demographische Entwicklung als auch die Innovation eines Landes zwei klassische Faktoren, von denen die langfristigen Wachstumsaussichten eines Landes abhängen. So nimmt etwa die Zahl der Erwerbstätigen in Großbritannien zu, während sich die Einwanderung nach Spanien rückläufig entwickelt. Dabei spielt in beiden Fällen die Attraktivität des Landes eine wichtige Rolle. Die USA gehören vor allem auf dem Gebiet der Biotechnologie nach wie vor zu den innovativsten Ländern der Welt. Dieser Vorteil sichert ein langfristiges Wirtschaftswachstum.

Auch die ungleiche Einkommensverteilung ist ein Kriterium. So ist diese innerhalb der einzelnen OECD-Länder eine der Erklärungen für die Wirtschaftskrise und den verhaltenen Aufschwung. Die ungleiche Einkommens- und Vermögensverteilung führt dauerhaft zu einer geringen Kaufkraft einkommensschwacher Haushalte. So weist der Gini-Koeffizient für Schweden, Dänemark, die USA und Frankreich eine zunehmende Ungleichverteilung aus, die wiederum das Wachstum hemmt.

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Drittens führt die private und staatliche Verschuldung, die extrem stark gestiegen ist (zwischen 300 und 350 Prozent des BIP in meisten OECD-Ländern), zu einer finanziellen Schwächung der Marktteilnehmer und erhöht das Insolvenz- und Liquiditätsrisiko. So stieg die private Verschuldung in Ländern wie Spanien oder Großbritannien vor der Krise stark an und trug dazu bei, dass beide Länder anschließend besonders tief in die Rezession schlitterten. Deutschland, Australien, die Schweiz und Finnland dagegen gehören zu den Ländern mit der geringsten Verschuldung.

Die Leistungsfähigkeit der Exportwirtschaft ist ein weiterer Faktor für langfristiges Wachstum und hängt insbesondere von der preislichen und nicht kostenbasierten Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen ab. So sind Südeuropa und Irland durch den Rückgang des realen Wechselkurses wettbewerbsfähiger geworden. Großbritannien, Japan und Deutschland wiederum profitieren vom Image der hohen Wertschöpfung ihrer Produkte.

Grundsätzlich weist dabei in Österreich die private und öffentliche Verschuldung ein geringes Risiko auf. Sowohl beim Faktor demografische Entwicklung, als auch bei Innovation, der ungleichen Einkommensverteilung als auch der Exportwirtschaft ist das Risiko laut Analysten von Coface moderat. Erfreulich ist hier, dass der für die heimische Wirtschaft wichtigste Handelspartner Deutschland zu den Top5-Ländern mit den besten Wachstumschancen gilt. 

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