Überkapazitäten

Die Stahlbranche kann zumindest leicht aufatmen

45 Millionen Tonnen weniger Stahl: Das war der Plan, den China sich für dieses Jahr vorgenommen hat. Und siehe da: Das Land hat sein Ziel beim Abbau von Überkapazitäten in der Stahlindustrie für heuer vorzeitig erreicht.

Stahlindustrie China Dumping Stahl Kohle

Die massiven Überkapazitäten Chinas werden in der internationalen Stahlbranche oft als einen Grund für die Probleme in der Industrie angesehen. Denn die EU und die USA werfen China vor, wegen des Überangebots den Weltmarkt mit Stahl zu Dumpingpreisen zu fluten. Mit Strafzöllen wollen sie ihre Stahlbranche und die dortigen Jobs davor schützen.

China hatte sich für dieses Jahr zum Ziel gesetzt, 45 Millionen Tonnen weniger Output zu produzieren - und es schon vorzeitig erreicht. Bereits vor Ende Oktober seien die Produktionskapazitäten um die angepeilten 45 Millionen Tonnen verringert worden.

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Die Regierung hoffe, auch den heuer geplanten Kapazitätsabbau im Volumen von 250 Millionen Tonnen in der Kohleindustrie noch zu schaffen, sagte der Generalsekretär der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission, Li Pumin. Angesichts der abnehmenden Nachfrage im Zuge der Konjunkturabkühlung und des massiven Überangebots will China die Stahl- und Kohlebranche umbauen.

Noch im Sommer hatte die Planungskommission den Druck auf die örtlichen Behörden und die Stahlunternehmen erhöht, weil der Kapazitätsabbau nur schleppend vorankam. Die bisherigen Einschnitte bei den Werken haben aber bisher kaum die riesige Produktion eingedämmt, die nicht nur international, sondern auch in China für Probleme sorgt. (apa/Reuters/red)