Auszeichnung

Die Sieger des größten unabhängigen Matura-Wettbewerb Österreichs sind gekürt

Zum ersten Mal fand jetzt der neue HTL-Wettbewerb "AUTstanding" statt, veranstaltet von AUTlook, dem Fachmagazin für Automatisierungstechnik von WEKA Industrie Medien. Die eingereichten Diplomarbeiten aus 20 verschiedenen HTLs aller Bundesländer zeigen die riesige Bandbreite an Einsatzbereichen für moderne Automatisierungstechnik.

Auszeichnung Ausbildung Standort Österreich WEKA Industrie Medien

Zum ersten Mal wurde der neue HTL-Wettbewerb AUTstanding durchgeführt – und erwies sich gleich als richtig großer Erfolg. Der Wettbewerb, von Österreichs erstem Fachmagazin für Automatisierungstechnik AUTlook (WEKA Industrie Medien) ausgeschrieben, zeichnet die besten Diplomarbeiten rund um das Zukunftsthema Automatisierungstechnik aus: Mit 56 Einreichungen von 181 Schülerinnen und Schülern ist AUTstanding vom Start weg der größte unabhängige Matura-Wettbewerb Österreichs.

Bei AUTstanding werden neben der technischen Kompetenz und die solide Grundausbildung vor allem die Kreativität und die Fähigkeit zu vernetztem Denken in den Mittelpunkt gestellt. Denn die Industrie der Zukunft stellt ganz neue Anforderungen an die Technikerinnen und Techniker. Neue Anwendungen für bewährte Technologien und neue Technologien für bewährte Anwendungen sind gefragt – und im Mittelpunkt stehen die sich rasch entwickelnden Möglichkeiten der Automatisierungstechnik, die die Grundlage für die Industrie 4.0 von morgen sind. Dass die Absolventinnen und Absolventen der österreichischen HTLs diese Anforderung mit geradezu spielerischer Leichtigkeit bewältigen, das zeigt die enorme Bandbreite an Projekten aus allen Fachrichtungen und Anwendungsbereichen.

Autlook, Autostanding © Fanny Dobler / Jan Hadler

Die Sieger in der Hauptkategorie Automatisierung: Das Team des Projekts "Wind Energy Booster" aus der HTL Mödling optimierten das Betriebsverhalten von Windkraftanlagen. Die Hauptpreise übergaben Clemens Meier (Beckhoff, re.) und Christoph Ungersböck (Sick, 2.v.r.) mit AUTlook-Chefredakteur Klaus Paukovits (li.).

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Die hochkarätige Jury bildete diese Bandbreite ab: DI Wolfgang Kern, Abteilungsvorstand für HTLs im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung; Ing. Herbert Ritter, MBA, Vorsitzender der Plattform für Automatisierungstechnik AT Styria; Luis Büchi, Absolvent der HTL Rennweg 2018; DI Reinhard Pöhn, Leiter Automatisierungstechnik bei Haas Waffelmaschinen; DI Christoph Ungersböck, Geschäftsführer Sick Österreich; Ing. Clemens Maier, Key Account Manager Beckhoff Automation Österreich und Dozent FH Technikum Wien. Die Preisverleihung fand am 15. Mai 2019 im Rahmen der Branchenmesse Smart Automation Austria, der größten heimischen Industriefachmesse zu diesem Thema, unter reger Interesse der hier versammelten Industrievertreter statt. Mehr als 200 Gäste waren dabei, als die Preise in zwei Hauptkategorien sowie die vier Sonderpreise verliehen wurden.

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„Die große Resonanz zeigt, dass wir mit AUTstanding einen Nerv getroffen haben“, sagt Klaus Paukovits, Erfinder und Initiator des Wettbewerbs. Der Chefredakteur des ersten österreichischen Fachmagazins für Automatisierungstechnik AUTlook weiter: „Die nächste Generation an Technikerinnen und Technikern beweist, dass sie in der Lage ist, kreative Lösungen für verschiedenste Herausforderungen zu finden und das erlernte Wissen selbstständig anzuwenden. Wie sehr der Unterricht heute schon über stures Auswendiglernen hinausgeht und eigenständiges Finden von Lösungen ermutigt, das nährt die Hoffnung dass auch in der kommenden Industrie 4.0 der Mensch und nicht die Maschine im Mittelpunkt stehen wird.“

In der Hauptkategorie „Automatisierung“ gewann das Projekt „Wind Energy Booster“ aus der HTL Mödling (Abteilung Maschinenbau und Anlagentechnik). Jure Macan, Philipp Schwarz und Christian Lurger optimieren damit das Betriebsverhalten von Windkraftanlagen. Unter der Betreung von DI Johann Köberl entwickelten die Schüler einen Prüfstand zur Verifizierung des „Booster Effekts“, der durch das Verschieben von Zusatzmassen erreicht wird. Die Sieger werden von Beckhoff zur viertägigen Beckhoff Summer School eingeladen, wo sie die neuesten Technologien des Automatisierungsspezialisten kennen lernen können.

Den zweiten Platz belegte die „Roboterbar“ der HTL Pinkafeld (Abteilung Elektronik). Tobias Ringhofer, Reinhard Sanz, Marco Radits und Christopher Stampfl (Betreuer: DI Thomas Schlaudoschitz) schufen ein vollkommen autonom funktionierendes Bar-System, bestehend aus Logistikhaus, einer Roboterbar und einem mobilen autonomen Roboter zum Transport der für die vom Barroboter benötigten Zutaten zu den Getränken. Den dritten Platz erreichte das Projekt „Vertical Farming“ (HTL Rennweg Wien/Mechatronk). Philipp Gasser, Stefan Stetina, Noah Gruber und Ulrich Obetzhauser (Betreuer: DI Martin Meschik, Dr. Ewald Cekan, Dr. Mark Sauerwein). Das System ermöglicht den vertikalen Anbau von Obst und Gemüse und den optimalen Ertrag durch Messung, Überwachung und Anpassung der jeweils optimalen Umgebungsbedingungen für die angebauten Sorten.

In der Hauptpreis „Sensortechnik“ gewann das Projekt „STFS – Smart Tunnel Fire Simulator“ der HTL Mössingerstraße in Klagenfurt (Abteilung Elektrotechnik). Patrick Krumpl, Christoph Ertl, David Petritsch und Nico Trinker (Betreuer: DI Dr. Gerhard Kukutschki) erarbeiteten gemeinsam mit der Asfinag und der Feuerwehr eine automatisierte Fahrzeugbrandsimulation. STFS ermöglicht die Simulation von bis zu 100 verschiedenen Brandszenarien in Tunneln, die das Training für den Ernstfall ermöglicht und damit die Sicherheit für die betroffenen Autofahrer und Feuerwehrmänner erhöht. Die Sieger werden unter anderem in die Zentrale der Firma Sick im Schwarzwald eingeladen, bekommen eine Führung durch die dort neu aufgebaute Industrie 4.0-Produktion und erhalten Gelegenheit, ihr Projekt vor den Fachleuten des Sensorspezialisten zu präsentieren.

Der zweite Platz ging an „inkos – das inklusive Kommissioniersystem“ aus der Wiener HTL Rennweg/Mechatronik. Florian Parzer, Christoph Wagnes, Michael Spitzbart und Raphael Nekam (Betreuer: DI Wolfgang Juen, Johannes Stehlik, Andreas Poeckh) schufen eine Arbeitshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung im Einzelhandel. Im Sozialmarkt des Vereins WINS hilft inkos als Robotertrolley bei der Durchführung der Bestellungen aus dem Lager und begleitet bildlich via Tablet durch den Ablauf. Den dritten Platz belegte „EasyVision – Bilderkennungsframework“ (HTL Anichstraße/Innsbruck, Wirtschaftsingenieurwesen/Betriebsinformatik). Alina Schärmer, Simon Senoner und Marcel Steiner (Betreuer: Dr. Martin Huber, DI Benedikt Frischmann) ermöglichen damit die Implementierung von Gesichtserkennung und die Erkennung von Objekten, Linien, Farben und Formen mit einem einfachen Userinterface ohne zusätzliche Programmierleistungen des Bedieners. Damit wird ein einfacher Einstieg in industrielle Bildverarbeitung ermöglicht.

Der Sonderpreis Kreativität ging an die automatische Tourenski-Niveauregelung „Skysteps“ von der HTL Mössingerstraße/Elektrotechnik in Klagenfurt. Julian Silan, Julia Hoffmann und Christian Taxacher (Betreuer: DI Heinz Untersteiner) nahmen sich des allen Tourengehern bekannten Problems der mühsamen manuellen Verstellung der Steighilfen an und schufen eine Bindung, die sich automatisch an die Hangneigung anpassen kann. Das Zusammenspiel aus Neigungssensor, Mikrocontroller und Schrittmotor ist zum Patent angemeldet.

Der Sonderpreis Maschinenbau ging an „Cigne – Cigarette machine“ der HTL Rennweg (Mechatronik). Loris Ivanic, Roman Eisner und Kaan Köse (Betreuer: DI Franz Temper, DI Jakob Wassermann, DI Roland Pichler) entwickelten eine vollautomatische Zigarettendrehmaschine, die über ein Touch-Display bedient wird und deren Teile großteils selbst konstruiert sowie über einen 3D-Drucker produziert wurden.

Der Sonderpreis Praxisnähe ging an die „Automatisierte Fertigungsstraße mit Robotern“ der HTL Bregenz (Elektrotechnik). Michael Pressnig, Samuel Jochum, Abraham Nachbaur und Elias Kohler (Betreuer: DI Kurt Albrecht, Dipl.-Päd. Richard Hofer) bauten und programmierten eine Fertigungsstraße aus Industrierobotern, elektropneumatischen Handling-Stationen, HMIs und Steuerungen, die vollständig in Betrieb genommen wurde und in Zukunft in den praktischen Unterricht der nachfolgenden Klassen einbezogen werden wird.

Der Sonderpreis Mobilität/Robotik ging an die „Versatile Autonomous Smart Drone“ aus der HTL Braunau (Elektronik, Mobile Computing and Software Engineering). Thomas Hadner und Tobias Karrer (Betreuer: DI Jürgen Feierabend) schufen eine Drohne zur automatisierten Schnecken- und Unkrautvernichtung: Sie findet sich anhand von Fixpunkten und GPS-Koordinaten selbstständig zurecht und sichert den Ernteertrag durch gezielten Einsatz von Unkrautvernichtern nur dort wo es als nötig erkannt wird.

Die Siegerprojekte und die besten AUTstanding-TeilnehmerInnen werden auch beim Gainer Industriefestival am 9. und 10. Oktober in der Linzer Tabakfabrik zu sehen sein. Bei Gainer treffen die Spitzen der heimischen Industrie auf junge Talente und Start-ups treffen.

Interessant:
www.gainer.at >>

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