Patente

Die meisten Patente in den USA kommen von IBM

Mitarbeiter des amerikanischen Konzerns IBM haben im Vorjahr in den USA wieder einen "Patenterekord" aufgestellt: Das 25. Jahr in Folge meldeten sie so viele neue Patente an wie kein anderes Unternehmen, so IBM Österreich.

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Erfinder von IBM haben im abgelaufenen Jahr mit über 9.000 erteilten US-Patenten zum 25. Mal in Folge einen Rekord aufgestellt. Seit 1993 wurden dem Unternehmen damit mehr als 100.000 US-Patente zugesprochen. Beteiligt waren 2017 mehr als 8.500 Forscher, Entwickler, Wissenschaftler und Designer aus 47 US-Bundesstaaten und 47 Ländern. Das meldet die in Wien ansässige IBM Österreich Internationale Büromaschinen Gesellschaft.

"In den letzten 25 Jahren hat IBMs führende Rolle bei der Patenteinreichung die Art und Weise verändert, wie die Welt mit zentralen Errungenschaften der IT umgeht", so Konzernchef Ginni Rometty. Knapp die Hälfte der Patente befasst sich Rometty zufolge mit Bereichen wie KI, Cloud, IT-Sicherheit, Blockchain und Quantum Computing.

Beispiele aus dem letzten Jahr

Zum Bereich Cloud haben Mitarbeiter von IBM im Vorjahr rund 1.900 US-Patente angemeldet. Darunter ist ein Patent, das unstrukturierte Daten über globale oder lokale Ereignisse nutzt, um Prognosen für Cloud-Ressourcen zu erstellen. Das System kann Datenquellen – egal ob News Feeds, Netzwerkstatistiken, Wettervorhersagen oder Aussagen in sozialen Medien – überwachen und so feststellen, wo und wie Cloud-Ressourcen eingesetzt werden müssen, um den zukünftigen Bedarf besser abzudecken.

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Ein anderes Patent befasst sich mit derzeit noch existierenden Einschränkungen für die Interaktion zwischen KI und Nutzer bei der personalisierten Ansprache. Unter den industrieweit führenden KI-Patenten von IBM Erfindern befindet sich auch eines, mit dessen Hilfe eine KI die Sprachgewohnheiten ihres Gegenübers analysieren und spiegeln kann, um so dem Gespräch einen persönlicheren Ton zu geben.

Patente für KI, Blockchain, Erdbebensicherheit

Zudem gab es 1.200 US-Patente zum Thema IT-Sicherheit, darunter eines für eine Technologie, die es einer KI ermöglicht, Hacker auf Webseiten zu locken oder in einen Email-Austausch zu verwickeln, der ihre Ressourcen verbraucht und ihre Angriffe ins Nichts laufen lässt. Damit können nach Angaben des Unternehmens die Gefahren von Phishing Mails und anderen Attacken reduziert werden.

IBM Experten haben auch eine Reihe von Erfindungen auf aufkommenden Feldern wie Quantum Computing eingebracht. Darunter ein Ansatz, um Datenerfassung und -speicherung – auch bekannt als "signal readout fidelity" – zu verbessern. Dieser Ansatz kann zu einer besseren Effizienz der Komponenten führen, die notwendig sind, um einen Quantencomputer zu bauen.

Andere Themen von IBM Patenten aus 2017 waren beispielsweise

  • ein maschinenlernendes System, das im Notfall automatisch die Kontrolle zwischen einem selbstfahrenden Auto und seinem Passagier wechseln kann.
  • ein Ansatz, der Blockchain-Technologie dazu verwendet, um die Anzahl der notwendigen Schritte bei Transaktionen zwischen verschiedenen auch unbekannten Geschäftspartnern ohne Einbindung eines so genannten Clearing Houses zu reduzieren.
  • eine Technik, die automatisch ort- und zeitabhängige Sicherheitsanpassungen für mobile Endgeräte vornehmen kann: Wenn beispielsweise ein Mobiltelefon in Norddeutschland für Anrufe verwendet wird, während sein Eigentümer sich im Süden aufhält, könnten die Sicherheitsmaßnahmen automatisch verstärkt werden, weil das Gerät möglicherweise entwendet wurde.

Die diesjährige Anzahl an US-Patenten baut auf mehr als 105.000 früher angemeldeten US-Patenten auf, die zwischen 1993 und 2017 IBM Erfinder zugesprochen bekommen haben. Darunter waren Erfindungen zur Sicherung von Kreditkarten-Transaktionen, Orientierungshilfen mit RFID für sehbehinderte Personen, die weltweit schnellsten Supercomputer oder Erdbebensensoren. (red)

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