Arbeitsmarkt

Die meisten neuen Arbeitsplätze in Österreich gehen nicht an Österreicher

Von den neu geschaffenen Arbeitsplätzen in Österreich werden heuer 64 Prozent und nächstes Jahr 82 Prozent an Ausländer vergeben. Mit der Politik der neuen Regierung werden "neue und billige Arbeitskräfte aus aller Welt nach Österreich gelotst", so Baugewerkschaftler Josef Muchitsch.

Österreichs Wirtschaft brummt. Das zeigt sich auch darin, dass heuer 79.800 Jobs neu entstehen und nächstes Jahr noch einmal 46.900, berichtet hier "Die Presse" unter Verweis auf eine aktuelle Prognose des Arbeitsmarktservice (AMS).

Nächstes Jahr gehen 82 Prozent der neuen Jobs an Ausländer

Doch in den meisten Fällen profitieren Arbeitssuchende aus Österreich davon nicht. Nach Zahlen des AMS gehen die zusätzlichen Arbeitsstellen mehrheitlich an Ausländer: Heuer werden 64 Prozent, nächstes Jahr 82 Prozent der neuen Jobs mit Menschen ohne österreichischen Pass besetzt werden.

Die Prognose des Synthesis-Instituts im Auftrag des AMS rechnet damit, dass nächstes Jahr 787.700 Ausländer in Österreich arbeiten werden.

White Paper zum Thema

Dieselbe Situation in Deutschland

Dieselbe Situation gibt es derzeit auch in Deutschland. So wurden in den vergangenen zwölf Monaten in Deutschland 700.000 neue Stellen geschaffen. Mehr als die Hälfte davon ging an Ausländer, berichtet hier die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" unter Berufung auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

Baugewerkschafter Muchitsch kritisiert unkontrollierte Öffnung des Arbeitsmarkts

SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch bleibt bei seiner Kritik an der Arbeitsmarktpolitik der Regierung. "Anstatt in Ausbildung, Schulungsmaßnahmen und Job-Förderanreize an Unternehmer für arbeitssuchende Menschen in Österreich zu investieren, werden AMS-Mittel gekürzt und neue und billige Arbeitskräfte aus aller Welt nach Österreich gelotst. Das kann hinten und vorn nicht zusammengehen", sagt Muchitsch, der auch Chef der Baugewerkschaft ist.

"Politik gegen die Arbeitssuchenden in Österreich"

"Da reden Kanzler Sebastian Kurz und Vizekanzler Heinz Christian Strache von einer billigen Rot-weiß- rot-Card und der Ausweitung der Mangelberufsliste, anstatt jene Menschen in Jobs zu bringen, die schon in Österreich sind", so Muchitsch weiter. "Die Regierung betreibt eine Politik gegen die Arbeitssuchenden in Österreich und will mit Rot-weiß-rot-Card und Fachkräfteverordnung jetzt den Arbeitsmarkt für Drittstaaten noch sehr viel weiter aufmachen. Das ist einfach der falsche Weg. Wir müssen die Menschen, die jetzt in Österreich Arbeit suchen, unterstützen, und das fängt schon bei der Lehre an und geht bis zu einer großen Facharbeiteroffensive." (red)

Verwandte tecfindr-Einträge