Industrie und Energie

Die Industrie und der Umbau des Energiesystems

Die Veranstaltung "Forschungs- und Entwicklungsperspektive: Energieeffizienz in der Industrie" hat einige Ansatzpunkte zur Effizienzsteigerung bei industriellen Prozessen aufgezeigt. Der Vize-Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Peter Koren, sprach dabei von den heimischen Industrieunternehmen als "wesentliche Träger für Forschung und Entwicklung" in diesem Bereich.

Energie Industrie Peter Koren

Die energieintensive Industrie mit den Branchen Nichteisen, Stahl, Chemie, Papier, Baustoffe und Glas erwirtschafte in Österreich jährlich 13 Milliarden Euro direkte Wertschöpfung und beschäftige rund 150.000 Mitarbeiter, erklärte Peter Koren bei der Eröffnung der Veranstaltung. Viele industrielle Prozesse erforderten große Mengen an Wärme, Kälte und mechanischer Energie. Um die nötige Energie möglichst effizient einzusetzen, hätten Österreichs Industrieunternehmen in den letzten Jahrzehnten massiv in energieeffiziente Prozesse und Anlagen investiert. "Hier braucht es auch einen Schuss Realismus: Viele stehen bei der Optimierung der Prozesse an den Grenzen des technisch Erreichbaren", so Koren. Ein vom Klima- und Energiefonds (KliEn) herausgegebener F&E Fahrplan unterstreiche, dass ohne radikale Innovationen eine Strategie der Reindustrialisierung oder auch nur der Erhalt des Status Quo unter dem Druck immer neuer und schärferer energie- und klimapolitischer Zielsetzungen am heimischen Standort nicht realistisch erscheine.

"Gerade die Leitbetriebe mit ihrem immensen Grad an wirtschaftlicher und technologischer Verflechtung sind die Treiber radikaler Innovationen, ohne die der politisch vorgegebene Umbau des Energiesystems in Zukunft nicht denkbar ist", erklärte Koren. Während zwischen 1990 und 2012 die Wertschöpfung der heimischen Industrie um 51 Prozent gestiegen sei, seien die CO2-Emissionen im selben Zeitraum nur um 24 Prozent gestiegen. "Nur ein Mehr an Innovation kann einen gangbaren Weg hin zu den Visionen der Energie- und Klimapolitik aufzeigen, wobei sich letztendlich auch Innovation innerhalb naturwissenschaftlicher Grenzen abspielen wird", so Koren. 

Aufgrund der Vielfältigkeit der industriellen Prozesse gäbe es allerdings zahlreiche Ansatzpunkte zur Effizienzsteigerung, so der Klima- und Energoefonds. Seit Jahrzehnten entwickelten österreichische Unternehmen innovative Technologien und Produkte für die "Low Carbon Industry" und setzten zahlreiche Maßnahmen, um die Energie- und Ressourceneffizienz zu steigern, Kosten zu reduzieren und damit die Chancen am internationalen Markt zu erhöhen. In einigen Industriefeldern konnten sich österreichische Unternehmen durch den Einsatz zukunftsweisender Technologien als Weltmarktführer positionieren, jedenfalls gelte die österreichische Industrie als eine der ressourceneffizientesten der Welt. Die Energieeffizienzpotenziale in heutigen Prozessen seien weitgehend ausgeschöpft, teils würden auch thermodynamische Grenzen erreicht. In enger Kooperation mit der Wissenschaft führten deshalb viele österreichische Unternehmen F&E-Projekte durch, um neue Technologien und optimierte Prozesse zu entwickeln, die einen noch effizienteren Einsatz von Energie in der industriellen Produktion ermöglichen.

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Die Kosten dafür könne die im internationalen Wettbewerb stehende Industrie jedoch nicht alleine tragen, meint Koren. Es brauche gerade im Bereich der Energieforschung ein verstärktes Engagement der öffentlichen Hand auch wenn schon viel in der Vergangenheit erreicht worden sei. 

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