Halbleiter

Dialog Semiconductor will weniger abhängig von Apple sein

Der deutsch-britische Chipentwickler Dialog Semiconductor hat den operativen Gewinn im zweiten Quartal knapp verdoppelt und die eigene Umsatzprognose übertroffen. Einmalige Lizenzumsätze mit Apple über 145 Mio. Dollar sind in den Zahlen nicht enthalten.

Der deutsch-britische Chip-Entwickler Dialog Semiconductor hat den operativen Gewinn im zweiten Quartal fast verdoppelt und die eigene Umsatzprognose übertroffen. Das bereinigte Betriebsergebnis stieg auf rund 82 (Vorjahr: 42) Millionen Dollar (73 Mio. Euro), wie der Apple-Zulieferer in London mitteilte.

Grund dafür sei ein bereinigter Umsatz, der mit 336 Mio. Dollar über den erwarteten 293 bis 333 Mio. Dollar lag. Das sind um 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Meldung hat die im Nebenwerteindex MDax notierte Aktie von Dialog um drei Prozent hinauf getrieben.

Damit hat sich die Erwartung von Dialog-Semiconductor-Chef Jalal Bagherli erfüllt, wonach sich die Nachfrage im zweiten Quartal erholen werde. Zu Jahresbeginn hatte Dialog unter dem schwachen China-Geschäft mit Schnelllade-Produkten für Handys gelitten. Der Handelsstreit zwischen China und den USA hatte die Lagerbestände steigen lassen.

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Dialog arbeitet daran, die enorme Abhängigkeit von Apple zu senken

Einmalige Lizenzumsätze mit Apple über 145 Mio. Dollar sind in den Zahlen nicht enthalten. Sie stehen im Zusammenhang mit dem Verkauf von Firmenteilen an den US-Computerriesen. Im April hatte Apple für 600 Mio. Dollar eine Reihe von Patenten und Programmierern von Dialog Semiconductor übernommen.

Damit machte sich das Unternehmen mit Wurzeln in Kirchheim/Teck bei Stuttgart weniger abhängig von seinem größten Kunden, mit dem er bis zu drei Viertel des Umsatzes erwirtschaftet hatte. Der operative Gewinn lag einschließlich der Apple-Sondererlöse im zweiten Quartal bei rund 216 Mio. Dollar. (reuters/apa/red)