Zuliefererindustrie

Dexwet will mit neuer Filtertechnologie den Fahrzeugmarkt aufmischen

Vom Bürodrucker ins Auto: Mit einer neuen Filtertechnologie will der Unternehmer Erich Peteln den Fahrzeugmarkt aufmischen.

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Erich Peteln nennt es schlicht sein „Automobilvorhaben“: Obwohl die leisen Töne nicht so recht zum spektakulären Projekt passen wollen, an dem der dexwet-Gründer dran ist: Der Chef des auf Luftfiltertechnologien spezialisierten Unternehmens will mit Nassfiltern auch am Automobilmarkt Erfolge einfahren.

Schon länger findet er an dem Vorhaben Gefallen – seit dem vorigen Herbst ist alles eine Spur konkreter: Testreihen an Motorprüfständen starteten. Und der Einstieg in den Motorsport – die Wiener sind seit heuer Sponsor eines Rennteams der europäischen Nascar-Serie – zerstreuen letzte Zweifel daran, dass es Peteln ernst ist. 2016 will er mit der Filtertechnologie im Innenraum von Serienfahrzeugen ankommen. „Erste Gespräche mit einem Automobilzulieferer laufen“, erzählt Peteln.

Filter mit Eigenheiten

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Dass Peteln in Folge an den Automobilzulieferer Magna denkt, ist kein Geheimnis. Die Kanadier seien aktuell nicht am Filtersektor vertreten und könnten sich durch ein eigenes Technologiefeld‚ Filter eine einzigartige Marktposition verschaffen, glaubt Peteln. Besonders im Bereich Innenraum – also bei den Pollenfiltern – würde die Nassfilter- technologie der Wiener gegenüber Trockenfiltern ihre Vorteile ausspielen.

„Einer der Vorteile liegt im hohen, nahezu konstanten und keimfreien Luftmengendurch- fluss“, gibt dexwet-Gründer Erich Peteln zu Protokoll. Neben der Zusammenarbeit mit einem Autozulieferer könnte sich für die Wiener Firma auch der Handel mit Ersatzfiltern an Endkunden rentieren – und der Absatzmarkt Motorsport: „Bei den Rennsportfiltern sind wir aktuell am weitesten“, sagt Peteln.

Die Tür in neue Märkte aufstoßen: das gelang dem Unternehmer im letzten Jahrzent immer wieder auf beachtliche Weise. Vielleicht, weil Peteln nie eine Alternative blieb. Der Markt für Feinstaubfilter für Bürodrucker, das erste große Standbein der Wiener, erodierte, nachdem die Büro- maschinenindustrie gegen das medial hochgekochte Thema Feinstaubemissionen mobil machte und in Kampagnen die Frei-setzung von Stäuben aus Bürogeräten kleinredete. Später publizierte Studien widerlegten diese Sicht – nach massiven Geschäftseinbrüchen hatte sich dexwet da aber schon vom Markt zurückgezogen und neue Betätigungsfelder gefunden: darunter die Pharma-, Bankomaten-, und Glücks- spielindustrie.

Für Letztere wurden laut Peteln seit dem Start 2009 bereits weit über zehn Millionen Filterstäbe in Automaten verbaut, unter anderem ist auch der Spielautomatenhersteller Novomatic ein Partner und Kunde und einer jener, die der Wiener Firma die nötigen Mittel für Innovationen in die Kassen spülen. „Nur so können wir uns die F&E für den Automobilbereich leisten“, sagt Peteln.

Markterschließung

Zuerst die penible Vorbereitung eines Produkts für eine große Schlüsselindustrie, dann Partnersuche und Rollout – so sei die dexwet-Geschichte „immer geschrieben worden“, erzählt Erich Peteln. Genau so sieht sein Rezept auch für die Automobilsparte aus. Allerdings drängte sich zuletzt ein anderes Projekt vor. Noch im Herbst will Peteln den Markt für Raumluftfilterung entern.