Personalia

Deutschlands oberster Autolobbyist gibt sein Amt ab

Matthias Wissmann, Chef des Fachverbands VDA und damit oberster Autolobbyist des Landes, wird seinen Vertrag nicht verlängern. Die Jahre der Dieselkrise seien "sicher von besonderer Dramatik" gewesen, so Wissmann. Der VDA vertritt rund 600 Autobauer und Zulieferer.

Der Präsident des Automobilverbands VDA, Matthias Wissmann, will Anfang kommenden Jahres den Weg für einen Wechsel an der Spitze der Autolobby freimachen.

Sein Vertrag laufe noch bis Frühjahr 2018 und er werde ihn "mit Freude und Engagement erfüllen", sagte Wissmann der Zeitschrift "Motorwelt" des Autofahrerclubs ADAC. "Doch dann ist es auch gut."

Seit zehn Jahren Deutschlands oberster Autolobbyist

Wissmann ist seit 2007 Chef des Verbands der Automobilindustrie (VDA) und damit Deutschlands oberster Autolobbyist. Der VDA gruppiert rund 600 Unternehmen, darunter eine Reihe von Herstellern und Zulieferern.

Zuletzt hatte es Spekulationen um eine vorzeitige Ablösung des 68-jährigen Wissmann bereits in diesem Herbst gegeben - demnach wünschte sich die Industrie eine personelle und inhaltliche Neuaufstellung für die Debatte über Verbrennungsmotoren und mögliche Fahrverbote.

Gegner des Autos nutzen die Dieselkrise für höhere Ziele

Wissmann räumte ein, dass die vergangenen zwei Jahre angesichts der Dieselkrise "sicher von besonderer Dramatik" gewesen seien. Die Autoindustrie habe erkannt, dass sie "Fehler gemacht" habe, sagte er der "Motorwelt" des Automobilclubs.

"Aber wir haben auch erkannt, dass die Gegner des Autos versuchen, die gesamte Branche in die Ecke zu drängen."

Einigen gehe es nicht nur um die Software-Manipulationen, sondern sie bekämpften "heute den Diesel, morgen den Benziner und übermorgen die Elektromobilität". (afp/apa/red)