Löhne

Deutschlands bestbezahlter Kontrolleur ist ein Oberösterreicher

Der aus Linz stammende Jurist Paul Achleitner ist der am meisten verdienende Aufsichtsrat Deutschlands - und zwar mit Abstand. Achleitner ist Chefkontrolleur bei der Deutschen Bank, er sitzt auch in den Aufsichtsräten von Daimler und Bayer. Etwas weniger kassieren Norbert Reithofer bei BMW und Gerhard Cromme bei Siemens.

Der gebürtige Linzer Paul Achleitner bleibt der mit Abstand am besten bezahlte Aufsichtsrat bei einem großen Börsenunternehmen in Deutschland. Der Jurist arbeitet als Chefkontrolleur bei der Deutschen Bank.

Im Vorjahr verdiente Achleitner 800.000 Euro und verwies damit BMW-Chefaufseher Norbert Reithofer und Siemens Aufsichtsratschef Gerhard Cromme auf die Plätze. Das geht aus einer Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hervor.

Allerdings musste Achleitner, der neben seinem Posten bei  der Deutschen Bank auch in den Aufsichtsräten von Daimler und Bayer sitzt, für sein Geld auch mehr arbeiten als viele andere Kontrolleure - insgesamt nahm er alleine bei dem zuletzt immer wieder von Krisen gebeutelten Institut an 82 Sitzungen des gesamten Aufsichtsrats oder seiner Ausschüsse teil und fehlte so gut wie nie.

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Einflussreichste Aufsichtsräte nicht immer die bestverdienenden

Achleitners Frau, die Wirtschaftsprofessorin Ann-Kristin Achleitner, kam als Aufsichtsrätin bei Linde, der Deutschen Börse und der Münchener Rück zwar nicht auf das Salär ihres Mannes.

Die DSW-Studie führt sie jedoch unter den einflussreichsten Aufsichtsräten der Republik mittlerweile auf Platz 11. In dieser Rangliste, bei der unter anderem die Anzahl der Mandate eine Rolle spielt, kommt Paul Achleitner auf Platz fünf.

Ganz oben steht hier Ex-Henkel-Chef Ulrich Lehner, der bei drei der 30 Dax-Unternehmen das Kontrollgremium leitet: bei der Deutschen Telekom, beim Energieriesen E.ON und bei ThyssenKrupp.

Auf Platz zwei steht mit dem früheren Allianz-Vorstandschef Michael Diekmann ein langjähriger Weggefährte der Achleitners, der sich mit ihnen und Joachim Faber, dem Aufsichtsratschef der Deutschen Börse, in München ein Büro teilt. Diekmann ist nicht nur oberster Kontrolleur der Allianz, sondern sitzt auch bei Siemens, BASF und dem Medizinkonzern Fresenius im Kontrollrat.

Insgesamt lassen sich die 30 größten börsennotierten deutschen Unternehmen laut DSW ihre zusammen fast 500 Aufsichtsräte 83,4 Millionen Euro kosten. Ein einfaches Aufsichtsratsmitglied, das keine Zusatzentlohnung etwa für eine Ausschuss-Tätigkeit erhält, verdient besonders gut bei Fresenius: nämlich 250.000 Euro. Mit dem schmalsten Salär müssen Aufsichtsräte beim Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck auskommen: sie erhalten 50.000 Euro im Jahr.

Anteil weiblicher Aufsichtsräte steigt kontinuierlich

Frauen sind zwar weiterhin deutlich in der Unterzahl in deutschen Aufsichtsräten, allerdings steigt ihr Anteil seit Jahren kontiunierlich auf mittlerweile fast 32 Prozent.

Geht es um die einflussreichen Spitzenposten, sieht es allerdings nach wie vor eher mau aus für das weibliche Geschlecht: Bis dato ist Simone Bagel-Trah, die Chefin des Henkel-Kontrollgremiums, die einzige Frau an der Spitze eines Dax-Aufsichtsrats. (reuters/apa/red)

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