Deutschlands Fluglinien streichen Verbindungen

Laut Branchenverband BDL wird es heuer in Deutschland weniger Verbindungen geben. Damit entwickelt sich der Luftverkehr über Deutschland gegensätzlich zum internationalen Luftverkehr, der um mehr als vier Prozent wächst.

Im Bild: Fünf Flugzeuge zeitgleich im Landeanflug auf die Nordwest-Landebahn in Frankfurt.

Das Flugangebot in Deutschland wird im laufenden Jahr zurückgehen. Zu diesem Schluss kommt der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) in einer veröffentlichten Flugplan-Analyse, die Verbindungen bis Ende Oktober erfasst.

Demnach bieten die Fluggesellschaften 1,8 Prozent weniger Sitzkapazität an als im gleichen Vorjahreszeitraum. Gestrichen wurde besonders bei innerdeutschen Verbindungen (-7,1 Prozent) und bei Europa-Flügen (-2,1 Prozent), während interkontinental das Angebot um 3,1 Prozent gewachsen sei.

Wie bereits im Vorjahr kann der Luftverkehr in Deutschland damit nicht mit dem internationalen Wachstum von mehr als 4 Prozent mithalten. Als Gründe nennt der Branchenverband die sich abschwächende Konjunktur, die andauernden Handelskonflikte sowie die Unsicherheiten um den Brexit und das Coronavirus.

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Zusätzlich wirkt sich auch immer noch die Pleite der Air Berlin aus, in deren Folge die verbliebenen Gesellschaften zunächst gewaltige Überkapazitäten zur Marktabsicherung aufgebaut hatten. Diese werden nun langsam wieder abgebaut. Das aktuelle Angebot von den deutschen Flughäfen liege immer noch 9 Prozent über dem Wert aus dem Jahr 2016, dem letzten Jahr, in dem Air Berlin voll am Markt war.

Der Luftverkehr zwischen Deutschland und China wird nach Einschätzung des Branchenverbandes BDL trotz Flugstreichungen infolge des Virusausbruchs kaum leiden. Sollte sich die Lage, wie derzeit von Experten erwartet, ab Mitte März verbessern, rechne er mit "keinen erheblichen Wirkungen" auf den Luftverkehr, erklärte BDL-Präsident Klaus-Dieter Scheurle. Im Passagierverkehr entfalle nur ein Prozent aller Flüge auf Verbindungen nach und von China. Der Luftfrachtverkehr mit China habe einen Anteil von 15 Prozent des Frachtvolumens.

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