Autoindustrie

Deutschland: VW schickt 9.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit - weil Chips fehlen

Weil dem Autobauer VW in der Produktion Elektronik-Chips fehlen, müssen im Werk in Emden in Norddeutschland 9.000 Beschäftigte in Kurzarbeit. Man prüfe fortlaufend Gegenmaßnahmen, berichtet Volkswagen.

Der Mangel an Elektronik-Chips trifft nun auch das Emder Volkswagen-Werk. Management und Betriebsrat beantragten für die Zeit ab dem kommenden Montag Kurzarbeit, wie eine Sprecherin mitteilte. Die Maßnahme ist demnach für zwei Wochen bis Ende Jänner angelegt. Laut Betriebsrat sind rund 9.000 Beschäftigte betroffen.

Das Unternehmen verwies darauf, dass an einigen Stellen die Arbeit aber regulär weiterlaufe - etwa im eigenen Presswerk oder bei der Neuausrichtung für den Bau von Elektrofahrzeugen.

Zulieferer haben in der Krise umgesattelt - auf Unterhaltungselektronik

Grund für die vorübergehende, teilweise Stilllegung ist ein Engpass bei Halbleiter-Bauteilen. Die Materialien stecken in zahlreichen Hightech-Produkten wie Mikrochips von Elektroniksystemen. Während des Auto-Absatzeinbruchs zu Beginn der Corona-Krise im Frühjahr 2020 stellten viele Chipfirmen ihre Produktion auf Unterhaltungselektronik um - im zuletzt wieder besser laufende Autogeschäft fehlen nun Teile.

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Volkswagen prüfe fortlaufend Gegenmaßnahmen, um die Auswirkungen des Lieferengpasses und damit die Zahl der betroffenen Fahrzeuge zu begrenzen, hieß es in einer Mitteilung. "Dementsprechend fährt Emden weiterhin auf Sicht." Bereits hatte der Konzern erklärt, im Stammwerk Wolfsburg die Produktion an mehreren Tagen zu drosseln.

Laut Betriebsrat könnten durch den Produktionsausfall in Emden an zehn Arbeitstagen rund 10.000 Neuwagen weniger das Band verlassen. Was das für die Jahresproduktion bedeute und der Ausfall wieder aufgeholt werden könne, sei noch nicht absehbar. (dpa-afx/apa/red)