Digitalisierung

Deutsches Institut warnt: China wird bei KI und Quanten-Kryptografie gefährlich

Das große deutsche Institut Merics warnt Europäer bei ihrem bisher zu sorglosen Umgang mit Technologie aus China: Das Land sei dabei, bei künstlicher Intelligenz und anderen Schlüsseltechnologien den Westen zu überholen. Bei der militärisch nutzbaren Quanten-Kryptografie investiert China demnach zehn Mal so viel wie die USA.

China ist einer Studie zufolge dabei, in einigen digitalen Schlüsseltechnologien an den USA vorbeizuziehen. Im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) habe die Volksrepublik 2018 zweieinhalb Mal so viele Patente angemeldet wie die Vereinigten Staaten, heißt es in einer Untersuchung des deutschen Instituts Merics, die der Nachrichtenagentur Reuters vorlag. Das in Berlin ansässige Institut Merics ist die größte nur auf Themen zu China spezialisierte Denkfabrik Europas. 

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EU-China-Gipfel in Brüssel diese Woche: Warnung an Europa

In die auch militärisch wichtige sogenannte Quanten-Kryptografie investiere China zehn Mal soviel wie die USA. Die Summe beläuft sich Forschern zufolge auf mindestens 50 Milliarden Dollar.

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Kurz vor dem EU-China-Gipfel in Brüssel diese Woche wird in der 58-seitigen Studie "Chinas digitaler Aufstieg" ausdrücklich davor gewarnt, dass Europa im Technologie-Rennen der beiden Großmächte unter die Räder kommen könne. Das liege zum einen an dem Investitionsvorsprung der USA und Chinas. Zum anderen verschärfe die US-Regierung wegen der chinesischen Aufholjagd die Abschottung gegenüber Chinas Hightech-Produkten und mache entsprechenden Druck auch auf Verbündete.

"Die US-Kampagne gegen den Einsatz der Huawei-Technologie in Europa ist ein Vorgeschmack auf künftige Konflikte", konstatieren die Autoren. Hintergrund ist die US-Forderung, beim 5G-Mobilfunkausbau keine Produkte des chinesischen Netzwerkausrüsters Huawei einzusetzen.

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EU soll exakte Vorgaben zum Einsatz von Hightech aus China machen

Die Autoren der Studie empfehlen der EU, generelle Bedingungen für den Einsatz chinesischer Hightech-Produkte im europäischen Digitalmarkt zu setzen. Dabei müsse genauer analysiert werden, wie China neue Technologien militärisch und zur politischen Überwachung und umfassender Kontrolle der eigenen Bevölkerung einsetzt und wie über staatliche Subventionen Weltmärkte erobert werden. Es gebe Hinweise, dass chinesische Cyberangriffe in Europa durch den massenhaften Einsatz billiger, nicht sicherheitsgeschützter chinesischer Hardware erleichtert würden. (red mit reuters/apa)

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