Personalia

Deutscher Ex-Finanzminister Waigel wird Berater von Airbus

Theo Waigel, der in der Regierung von Helmut Kohl deutscher Finanzminister war und den Namen für den Euro erfunden hat, soll jetzt Airbus in Fragen der Compliance beraten.

Der ehemalige deutsche Finanzminister Theo Waigel berät den Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus künftig bei der Kontrolle von Rechtsstandards. Theo Waigel (78) war von 1989 bis 1998 deutscher Finanzminister im Kabinett von Kanzler Helmut Kohl.

Airbus berief den CSU-Ehrenvorsitzenden in ein neues unabhängiges Expertengremium, das Airbus bei der Einhaltung eines regelformen Geschäftsverhaltens ("Compliance") unterstützen soll.

Die weiteren Mitglieder sind der britische Rechtsanwalt Lord David Gold sowie die frühere französische Verfassungsrichterin und Europaministerin Noelle Lenoir, wie der Konzern in Toulouse mitteilte.

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Die britische Anti-Betrugsbehörde hatte im vergangenen Jahr Ermittlungen wegen Korruptionsverdachts bei Geschäften der Airbus-Zivilflugzeugsparte aufgenommen. Das Unternehmen hatte die Unregelmäßigkeiten nach eigenen Angaben selbst festgestellt und offengelegt.

"Unsere wichtigste Aufgabe ist es nun, unser Compliance-System noch weiter zu verbessern", sagte Airbus-Chef Tom Enders. "Um einwandfreies Verhalten fest in allen unseren Geschäftsprozessen zu verankern, müssen wir sowohl unsere Systeme als auch unsere Unternehmenskultur genau unter die Lupe nehmen."

Waigel, Gold und Lenoir sollen der Airbus-Führung helfen, Richtlinien, Strukturen und Unternehmenskultur zu verbessern. (dpa/apa/red)