Zulieferer : Deutscher Alufelgen-Hersteller Uniwheels wird in die USA verkauft

Der deutsche Alufelgen-Hersteller Uniwheels wird um mehr als 660 Mio. Euro in die USA verkauft. Die beiden Firmengründer und Großaktionäre Ralf und Michael Schmid hätten ihre Beteiligung von 61,3 Prozent um 402 Mio. Euro an den US-Rivalen Superior Industries abgegeben, teilten die Unternehmen mit.

Die restlichen Aktionäre der seit knapp zwei Jahren an der Warschauer Börse gelisteten Uniwheels sollen ein Übernahmeangebot erhalten. Aus der Nummer drei in Europa und der Nummer eins in Nordamerika entstehe einer der größten Aluminium-Rad-Hersteller für Pkw weltweit mit einer Kapazität von 20 Millionen Rädern im Jahr, erklärte Uniwheels in Bad Dürkheim.

Die Cousins Ralf und Michael Schmid hatten ihren Anteil an Uniwheels im Oktober zum Verkauf gestellt. Der neue Eigentümer wolle die Standorte erhalten und den Wachstumskurs finanziell unterstützen, erklärte ihre Holding auf Malta. "Ein Stellenabbau ist nicht geplant." Superior erwartet allerdings Synergien von 15 Mio. Dollar (rund 14 Mio. Euro) bis 2020.

Ralf Schmid hatte Uniwheels seit 1996 aus den Leichtmetallräder-Marken Alutec, Rial, ATS und Anzio aufgebaut. Im vergangenen Jahr steigerte das Unternehmen den Absatz um zwölf Prozent auf 8,8 Mio. Räder, der Umsatz wuchs um sechs Prozent auf 464 Mio. Euro. 2017 soll der Absatz um weitere 10 bis 15 Prozent zulegen.

Mit dem Erlös aus dem Börsengang hatte Uniwheels ein viertes Werk im polnischen Stalowa Wola gebaut. 80 Prozent der Aluräder von Uniwheels werden dort produziert. Superior beliefert als Erstausrüster vor allem die Autobauer in den USA direkt, während Uniwheels neben europäischen Großkunden wie dem VW-Konzern und BMW auch auf das lukrativere Ersatzteilgeschäft setzt, in dem sich die Firma als Nummer eins in Europa sieht.

Das Übernahmeangebot liegt mit 235,83 Zloty allerdings unter dem Börsenkurs der Aktie, die am Donnerstag um 5,5 Prozent auf 242 Zloty fiel. Die Schmids erhalten nach Superior-Angaben 226,5 Zloty für ihre Papiere. Zur Finanzierung der Übernahme holen die Amerikaner sich den Finanzinvestor TPG an Bord, der aus einem Mittelstands-Fonds Vorzugsaktien für 150 Mio. Dollar zeichnet. (reuters/apa/red)