Netzwerkausrüster

Deutsche Telekom pocht auf Beteiligung von Huawei bei Netzausbau

Obwohl sich Huawei weltweit mit Vorwürfen der Industriespionage und der Manipulation im Dienste Pekings konfrontiert sieht, will die Deutsche Telekom die Chinesen beim Ausbau von 5G an Bord haben.

Die Deutsche Telekom pocht auf die Beteiligung des umstrittenen chinesischen Konzerns Huawei beim Ausbau des Mobilfunknetzes. "Wir brauchen auch Huawei", sagte Telekom-Deutschlandchef Dirk Wössner der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Ohne die Bauteile des Netzwerkausrüsters lasse sich nicht einmal das bestehende Netz auf Vordermann bringen.

Weil die Mobilfunkkonzerne die Versorgungsauflagen aus der LTE-Auktion von 2015 immer noch nicht erfüllen, hat der politische Beirat der Bundesnetzagentur die Vorstandschefs von Telekom, Vodafone und Telefonica Deutschland (O2) zum Rapport bestellt. Die USA haben einen Bann gegen Huawei ausgesprochen. Sie werfen dem Konzern vor, für den chinesischen Staat zu spionieren. Diese Vorwürfe weist Huawei zurück.

Einige Länder schlossen sich den USA an. In Europa ignorieren aber viele Anbieter die Boykott-Aufrufe der US-Regierung. Huawei hat weltweit mehr als 90 Verträge mit Mobilfunkprovidern zum Aufbau von Mobilfunknetzen der fünften Generation (5G) gewonnen, 47 davon in Europa. In einer Empfehlung an die Mitgliedsstaaten hatte die EU-Kommission im Jänner die Tür für den Huawei-Konzern offengehalten. Riskante Anbieter sollten demnach aber aus Kernbereichen der Netze ferngehalten werden. In Österreich begrüßte die für Telekomagenden zuständige Landwirtschafts- und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) damals die Vorschläge aus Brüssel. (reuters/apa/red)