Transportpreise

Deutsche Spediteure erwarten höhere Kosten durch Flüchtlingsstrom

Die deutschen Spediteure rechnen wegen der andauernden Grenzkontrollen in vielen Ländern Europas mit negativen Folgen für ihr Geschäft. "Das wirkt sich auf die Transportpreise aus", sagte ein Sprecher des Branchenverbandes DSLV. "Wir gehen von höheren Kosten aus." Die Unternehmen müssten diese dann auf ihre Kunden umwälzen. Heimische Unternehmen wie Miba gehen dabei alternative Wege.

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Kurzfristige Verzögerungen im Grenzverkehr von einigen Tagen könne man meist flexibel ausgleichen. Aber wegen des anhaltenden Flüchtlingsstroms seien die Kontrollen derzeit eher eine Frage von Wochen oder Monaten, sagte der Speditionsexperte. In der gesamten deutschen Logistik hat sich das Klima im dritten Quartal etwas abgekühlt, wie aus dem Barometer der Bundesvereinigung Logistik (BVL) hervorgeht. Der Indikator sank um knapp acht Punkte auf 125,7 Zähler, signalisiert damit aber trotz des Rückgangs weiter Wachstum. Grund für die leichte Abkühlung sind laut BVL vor allem Sorgen über die weitere wirtschaftliche Entwicklung in China und anderen Schwellenländern, "die in der Vergangenheit die Dynamik des Welthandels entscheidend mit beeinflusst haben".

Auch in Österreich hat sich die Transportbranche bereits über die Wartezeiten an den Grenzen beklagt und etwa eine vorübergehende Lockerung der Ruhezeitenregelungen gefordert. Der Zulieferer Miba setzt deswegen auf auf andere Wege des Transports: "Aktuell setzen wir verstärkt alternative Transportmittel ein, wie zum Beispiel Bahntransport für den Weg zu den Nordhäfen für interkontinentale Seefrachtsendungen. Die Luftfracht wird hauptsächlich über die jeweils nationalen Flughäfen abgewickelt", so die Sprecherin Valerie Weixlbaumer-Pekari. Bisher hätten sich die Grenzkontrollen nicht geschäftsschädigend ausgewirkt. (apa/Reuters)