Logistik

Deutsche Post will in Zukunft elektrisch durch die Stadt rollen

Vor knapp zwei Jahren hat die Deutsche Post eine kleine Firma übernommen, die sich auf Strom-Lieferwagen spezialisiert hat. Gemeinsam entwarf man den "StreetScooter". Das Projekt entwickelt sich so erfolgreich, dass jetzt auch die DHL-Flotte auf Elektrofahrzeuge umgestellt werden soll.

Keine große Reichweite, dafür perfekt für die Stadt: Ein "StreetScooter" 2016 im Einsatz.

Brief- und Paketzusteller der Deutschen Post könnten in Zukunft nur noch mit Elektrofahrzeugen durch Innenstädte fahren. "Es ist perspektivisch denkbar, die DHL-Fahrzeugflotte auf Elektrofahrzeuge umzustellen - zumindest in Deutschland", sagte Post-Chef Frank Appel in Düsseldorf.

Dies sei "mittelfristig möglich, das ist keine wirre Zukunftsvision", betonte er. Der Konzern hat bereits einen Elektro-Transporter namens StreetScooter entwickelt, im Großraum Bonn testet er in einem Pilotprojekt die klima- und umweltfreundliche Zustellung. Allein im laufenden Jahr wolle die Post 2.000 weitere StreetScooter auf die Straße bringen. Das Projekt entwickle sich so erfolgreich, dass die Post prüfe, die Autos zu vermarkten.

Sogar ein Verkauf an Dritte ist möglich

"Wir analysieren, die Autos an Dritte zu verkaufen", sagte Appel. Dazu seien aber noch eine Reihe von Fragen zu klären - so müsse der Konzern etwa über Service und Garantien für die Elektro-Transporter nachdenken. Wie genau dies geschehen soll, sei offen: "Wir sind kein Auto-Konzern", unterstrich Appel auch.

StreetScooter war 2010 als Startup-Unternehmen im Umfeld der Universität RWTH Aachen gegründet worden. Ende 2014 hatte die Post die kleine Firma übernommen. Der StreetScooter ist auf die Bedürfnisse der Zusteller zugeschnitten - so braucht er etwa keine hohe Reichweite, hat aber eine große Ladefläche. Zudem habe die Post trotz bisher kleiner Stückzahlen mit dem Projekt die Gewinnschwelle erreicht, machte Appel deutlich: "Wir haben bei StreetScooter schon heute eine break-even-Situation." (APA/Reuters/red)