Logistik

Deutsche Post plädiert auf der "letzten Meile" für einen Paketzusteller pro Stadt

Der Boom des Internethandels hat eine Kehrseite: Häufig besonders schlecht bezahlte Fahrer, die jedes Paket einzeln zustellen müssen und mit ihren Lieferwagen ganze Innenstädte verstopfen - gerade im Dezember. Der Chef der Deutschen Post meint, die Städte sollten nicht einfach nur zuschauen.

Im Kampf gegen einen Verkehrsinfarkt in den Städten plädiert Post-Chef Frank Appel dafür, die Bündelung der innenstädtischen Paketzustellung bei einem Unternehmen zu testen.

Ein Anbieter pro Stadt für die "letzte Meile"

"Es wäre ein erster guter Schritt, wenn eine Stadt per Ausschreibung einen Anbieter bestimmt, der tatsächlich eine ganze Stadt bedient", sagte Appel dem "Handelsblatt".

Wenn es dadurch gelinge, die Stausituation zu entspannen, würden wahrscheinlich andere Kommunen folgen. "Einer muss anfangen", meinte der Manager. Doch bisher habe keine Stadt in Deutschland dazu den Mut gehabt.

Beobachter warnen vor einem Verkehrsinfarkt in den Innenstädten

Hintergrund der Äußerung ist die durch den anhalten Boom des Internethandels ausgelöste Paketflut, die zu immer mehr Lieferverkehr in den Innenstädten führt - inklusive der Abgase von Deutsche Post DHL, Hermes, DPD, UPS und anderen.

Erste Stimmen warnen bereits vor einem Verkehrsinfarkt. Als mögliche Lösung sehen Experten, den Lieferverkehr am Stadtrand zu bündeln und für die "letzte Meile" der Zustellung einen gemeinsamen Transportdienstleister zu nutzen. Durch die Bündelung könnte die Zahl der Zustellfahrten deutlich reduziert werden. (dpa/apa/red)

Mehr zum Thema:
INDUSTRIEMAGAZIN: Der große Paketdienstleister-Test >>

Die Post, DPD, DHL, Hermes, GLS, UPS, TNT, FedEx und Go Express: Neun Paket- und Expressdienstleister buhlen in Österreich um die Gunst von Firmen- und Privatkunden. Doch die Qualität der Anbieter variiert ebenso stark wie Preis und Dienstleistungsumfang. INDUSTRIEMAGAZIN hat im Mai 114 Pakete mit neun Anbietern an sechs Adressen quer durch Europa verschickt. Unser ernüchterndes Fazit lesen Sie hier.