Logistik

Deutsche Post beendet Streetscooter-Produktion - Schwierigkeiten mit Coronavirus

Die Deutsche Post wird noch heuer die Produktion des elektrisch angetriebenen Transporters "Streetscooter" beenden. Wegen der Auswirkungen des Coronavirus setzt der Logistiker auch hinter seine Prognose für das laufende Jahr ein großes Fragezeichen.

Die Deutsche Post schränkt wegen der wirtschaftlichen Abkühlung in Asien durch das Coronavirus ihre Jahresprognose für 2020 ein. Auch der Elektro-Transporter StreetScooter belastet das Ergebnis.

Aktuell sehe der Konzern durch die Auswirkungen der Corona-Krise negative Effekte auf sein operatives Ergebnis (Ebit) von etwa 60 bis 70 Millionen Euro für den Monat Februar gegenüber dem ursprünglichen internen Planwert, teilte die Post mit.

Zudem habe der Vorstand Gespräche über eine Partnerschaft für den Elektrotransporter Streetscooter zu den Akten gelegt. Dadurch seien "einmalige Anpassungsaufwendungen zwischen 300 Millionen Euro bis 400 Millionen Euro zu erwarten". Die Jahresprognose eines operativen Ertrags (Ebit) von mehr als fünf Milliarden Euro gelte damit "vorbehaltlich eines noch nicht abschließend quantifizierbaren Effekts aus den Corona-induzierten Folgen, sowie vor den genannten Aufwendungen aus der Entscheidung zum StreetScooter".

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Im Jahr 2022 wolle die Post weiter einen operativen Gewinn von mindestens 5,3 Milliarden Euro erreichen. Im vergangenen Jahr verbuchte der Logistikkonzern bei einem Umsatz von 63,3 Milliarden Euro einen operativen Gewinn von 4,13 Milliarden Euro, teilte er weiter mit. Die Post lag damit innerhalb der für 2019 angekündigten Spanne beim Ebit von vier bis 4,3 Milliarden Euro.

Das Aus für den Streetscooter kommt

Die Deutsche Post wird die Produktion ihrer Streetscooter-Elektrofahrzeuge noch im Laufe des Jahres 2020 komplett einstellen. "Neubestellungen wird es keine mehr geben", sagte ein Sprecher der Post am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Die Auslieferung von Fahrzeugen werde sich voraussichtlich noch bis ins nächste Jahr hinziehen. Man wolle die Sondierungen für einen Käufer nicht mehr weiterverfolgen, teilte der Konzern außerdem mit. Über Monate hinweg hatte die Post versucht, potenzielle Interessenten zu finden. (reuters/dpa/apa/red)

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