Industriekonjunktur

Deutsche Maschinenbauer schrauben Erwartungen zurück

Zunehmende Material- und Lieferengpässe sowie eine gebremste Wirtschaftsdynamik in vielen Ländern stimmen skeptisch.

Maschinenbau VDMA Industriekonjuktur Ralph Wiechers

Eine Entspannung bei der Zulieferung von Vorprodukten sei für die kommenden drei Monate nicht zu erwarten, erklärte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers am Donnerstag. Der Branchenverband bekräftigte zwar für das laufende Jahr seine Produktionsprognose von zehn Prozent, kündigte aber für 2022 nur noch einen Anstieg von fünf Prozent an.

Wachstumsdynamik: Stimmung dreht

"40 Prozent der befragten Maschinenbaufirmen rechnen sogar mit zunehmenden Problemen, 52 Prozent mit gleichbleibenden Herausforderungen", so der Experte. Zudem sei die Wachstumsdynamik in einigen Ländern bereits deutlich gebremst. Die hochansteckende Delta-Variante des Coronavirus sowie mangelnde Impffortschritte belasteten in vielen Ländern die Entwicklung. Als eine weitere Wachstumsbremse machte Wiechers den Fachkräftemangel aus. "61 Prozent der befragten Betriebe spüren dies merklich oder sogar gravierend."

In den ersten sieben Monaten 2021 verbuchte die Branche mit ihren über eine Million Beschäftigten dank voller Auftragsbücher ein Produktionsplus von 7,1 Prozent. Derweil stiegen die Bestellungen um 30 Prozent, was nach Einschätzung des VDMA in den kommenden Monaten für eine hohe Kapazitätsauslastung sorgen werde. Die Branche, zu der neben zahlreichen Mittelständlern auch börsennotierte Konzerne wie Thyssenkrupp, Siemens oder Gea gehören, gilt als Rückgrat der deutschen Wirtschaft.

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(APA)