Konjunktur

Deutsche Maschinenbauer: Fachkräftemangel dämpft die Hochstimmung

Die Auftragsbücher sind voll, die Konjunkturprognosen blendend. Die positive Grundstimmung wird allerdings durch die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt getrübt: Der Fachkräftemangel macht den Maschinenbauern schwer zu schaffen.

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Ein in Aussicht gestelltes Umsatzwachstum von bis zu 6,4 Prozent  ermöglicht deutschen Maschinenbauern Investitionen in die Digitalisierung.

Deutschlands Maschinenbauer sind so optimistisch gestimmt wie schon lange nicht mehr. Nach einem erfolgreichen 2017 lassen die Prognosen für 2018 sogar noch mehr erwarten. "80 Prozent der befragten Entscheider gehen von einer positiven Konjunkturentwicklung in Deutschland aus. In Bezug auf die Weltwirtschaft erreicht die Stimmung in der Branche sogar neue Bestmarken: Nahezu zwei Drittel blicken optimistisch auf die globale Entwicklung im Jahr 2018", heißt es dazu im aktuellen Maschinenbau-Barometer der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC. 

Investitionsbereitschaft gestiegen

Realistisch erscheint den befragten Managern ein Umsatzwachstum zwischen 4,8 und 6,4 Prozent. Das führt dazu, dass wieder mehr investiert wird. So etwa an sich der Anteil derjenigen Unternehmen, die ihre Investitionen steigern konnten, im Laufe des vergangenen Jahres mehr als verdoppelt. Mit Blick auf das neue Jahr plant mehr als die Hälfte der Befragten Investitionen, die sich im Schnitt auf neun Prozent des Gesamtumsatzes belaufen sollen. Geld gesteckt wird dabei vor allem in zukunftsträchtige Bereiche wie Forschung und Entwicklung, IT und Industrie 4.0.

Fachkräftemangel größte Sorge

Getrübt wird die Stimmung allerdings durch den Mangel an geeigneten Mitarbeitern. 88 Prozent der Befragten beklagen das Fehlen von Fachkräften, 81 Prozent vermissen geeignete Mitarbeiter für Produktion und Service. Vergleichsweise wenig Kummer bereiten den Managern die aktuellen politischen Entwicklungen (69 Prozent). Dass Nachwuchssorgen den Maschinenbau auch auf absehbare Zeit beschäftigen könnten, zeigt die Erhebung von PwC: Danach gefragt, welcher Nachhaltigkeitsaspekt das Geschäft in den kommenden fünf Jahren am stärksten beeinflussen werde, gaben 80 Prozent der Befragten den Fachkräftemangel zur Antwort. Deutlich abgeschlagen rangieren die steigenden regulatorischen Anforderungen an die Lieferkette (52 Prozent) oder der demografische Wandel (37 Prozent).

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Aufholbedarf bei Nachhaltigkeit

Insgesamt, so PwC, habe der deutsche Maschinenbau punkto Nachhaltigkeit noch Aufholbedarf. So gehört Nachhaltigkeit für lediglich 44 Prozent der Befragten zur eigenen Unternehmenstradition. Ein Viertel gab an, Nachhaltigkeitsaspekte in der Produktentwicklung nicht zu berücksichtigen. Der Zugang sei, heißt es bei PwC, ein eher pragmatischer: "Sofern es der Kunde wünscht, spielt Nachhaltigkeit eine Rolle im Portfolio." Das enorme Geschäftspotenzial, das in der Verbindung digitaler und nachhaltiger Technologien für Umwelt- und Klimaschutz liegt, hätten viele Unternehmen jedoch einfach noch nicht erkannt. 

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