Industrieproduktion

Deutsche Industrie: "Das Tal wird immer tiefer"

Die Industrie in Deutschland erwartet historische Rückgänge in der Produktion. "Das Tal wird immer tiefer", heißt es dazu beim Münchner Ifo-Institut. Die einzige Ausnahme ist die Pharmaindustrie.

Deutschlands Industrie erwartet einen nie dagewesenen Einbruch ihrer Produktion. Der auf einer Umfrage unter Unternehmen basierende Ifo-Index stürzte im April auf den tiefsten Punkt der Wiedervereinigung - von minus 21,4 Punkten im März auf minus 51,4 Punkte im April, wie das Ifo-Institut mitteilte. Im Dezember 2008 lag der Index demnach bei minus 42,9 Punkten.

Konjunkturindex stärker gesunken als in der Finanzkrise

Der Rückgang mit minus 30,0 Punkten sei noch einmal stärker ausgefallen als im März mit minus 22,7 Punkten. "Das Tal der Produktion wird immer tiefer", sagt dazu der Leiter der Ifo-Befragungen, Klaus Wohlrabe. Nur die Hersteller von pharmazeutischen Erzeugnissen blicken demnach optimistisch in die Zukunft.

In der Autoindustrie dagegen fiel der Index auf minus 44 Punkte, nach minus 36 Punkten im März. In der Chemiebranche sackte er auf minus 42 Punkte im April ab, nach minus elf im März. Auch bei den Herstellern von Nahrungsmitteln sank der Index von plus drei Punkten auf minus 17 Punkte.

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Besonders pessimistisch sind laut Ifo die Erwartungen in der Kokerei und Mineralölverarbeitung: Der Index fiel hier von minus 0,1 auf minus 92,0 Punkte. In der Getränkeherstellung fiel der Produktionsindex auf minus 77 Punkte im April. Auch die Hersteller von Möbeln, Bekleidung, Schuhen, Glaswaren oder elektrischen Ausrüstungen blicken laut Ifo "überaus pessimistisch" in die Zukunft. (afp/apa/red)

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