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Deutsche Forschungsausgaben auf einem Rekordwert - Autobauer vorn

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sind in Deutschland im Vorjahr auf einen neuen Höchststand von 105 Milliarden Euro gestiegen. Den größten Anteil daran stemmt die Autoindustrie, aber auch Pharmakonzerne, die Luftfahrtindustrie und Elektronikhersteller investieren viel.

Deutschland hat einem Zeitungsbericht zufolge so viel wie nie in die Forschung und Entwicklung investiert. Die Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung hätten 2018 mit rund 105 Mrd. Euro die Marke von 3,13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreicht, berichtet das "Handelsblatt".

"Das 3-Prozent-Ziel haben Staat und Wirtschaft erreicht", sagte die deutsche Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) der Zeitung. Mit Hilfe der steuerlichen Forschungsförderung ab Jänner 2020 "legen wir beim Innovationstempo einen Gang zu". Nun gelte es "bei Zukunftsthemen wie Wasserstoff, Quantencomputing und Künstlicher Intelligenz weltweit in der Spitze mitzuspielen", sagte Karliczek weiter. Bis 2025 wolle die große Koalition ein Investitionsvolumen von 3,5 Prozent des BIP erreichen.

Industrie mit dem größten Anteil

Der Großteil der Investitionen stamme mit 72 Mrd. Euro aus der Wirtschaft, was einer Steigerung um fünf Prozent im Jahresvergleich entspräche, berichtet das Blatt mit Verweis auf Daten des Stifterverbandes. Dabei seien die Autobauer mit 27 Mrd. Euro Forschungsausgaben dominant. Überdurchschnittlich stark zugelegt hätten 2018 die Branchen Pharma, Luft- und Raumfahrzeugbau, Elektronik sowie Information und Kommunikation, berichtet das Blatt.

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BDI: Bund soll sich stärker beteiligen

Die Industrie fordert eine stärkere Beteiligung des Bundes an den Forschungsausgaben. Der Staat müsse erklären, wie er selbst wieder auf seinen früheren Anteil von einem Drittel an den gesamten Forschungsausgaben kommen wolle. Iris Plöger, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), erwartet "eine Klärung, wie Bund und Länder die Industrie bewegen wollen, ihre Investitionen in Deutschland noch mehr zu steigern." (reuters/apa/red)

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