Abgasskandal

Deutsche Behörde: Keine Hinweise auf Manipulationen bei BMW

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat den bayerischen Autobauer im Abgasskandal entlastet - die Emissionen von BMW seien "nicht zu beanstanden". Es seien auch keine unzulässigen Abschalteinrichtungen festgestellt worden.

Das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt sieht bei BMW keine Hinweise für Abgasmanipulationen, wie sie die Deutsche Umwelthilfe dem Autobauer vorgeworfen hat. "Die Abgasemissionen auf dem Rollenprüfstand und auch auf der Straße sind unter normalen Betriebsbedingungen nicht zu beanstanden", teilte die Behörde mit. "Es konnten keine unzulässigen Abschalteinrichtungen festgestellt werden."

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hatte die Untersuchung des Modells 320d (Euro 6 Norm) auf Druck der Umwelthilfe (DUH) im Dezember eingeleitet. BMW wies die Vorwürfe seither zurück. Entwicklungschef Klaus Fröhlich sagte, die KBA-Testergebnisse zeigten deutlich: "Das geprüfte Fahrzeug wurde nicht manipuliert. Das Vorgehen der DUH halten wir deshalb für unseriös und ohne jegliche Aussagekraft."

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BMW wiederholt seit Jahren: "Unsere Autos werden nicht manipuliert"

Die Behörde zufolge sind die von der Umwelthilfe ermittelten Ergebnisse mit erhöhten Stickoxid-Emissionen "auf nicht normale Betriebsbedingungen" zurückzuführen. "Daher besteht keine Veranlassung zur Einleitung von Maßnahmen." BMW hatte der DUH entgegengehalten, sie habe in dem Test bewusst untypische Fahrweisen im Randbereich erzwungen, um plakative Emissionswerte zu konstruieren.

Entwicklungsvorstand Fröhlich bekräftigte, was der Autobauer seit Bekanntwerden der Abgasaffäre bei VW vor fast zweieinhalb Jahren regelmäßig sagt: "Fahrzeuge der BMW Group werden nicht manipuliert. Unsere Dieselmotoren sind sauber." Dies habe ein Vielzahl behördlicher Nachprüfungen weltweit belegt.

Weiteres Ärgernis für die Bayern kurz vor einer Lösung

Dank der KBA-Ergebnisse dürfte in Kürze auch ein weiteres Ärgernis für BMW aus der Welt geschafft werden: Die Schummelvorwürfe hatten die Justiz auf den Plan gerufen; die Münchner Staatsanwaltschaft leitete wegen der Berichterstattung ein Vorprüfungsverfahren ein.

In einem solchen Schritt wird untersucht, ob genügend Verdachtsmomente vorliegen, um ein Ermittlungsverfahren einzuleiten. Ist dies nicht der Fall, wird davon abgesehen. Eine Behördensprecherin sagte vergangene Woche, die Staatsanwaltschaft warte noch ab, bis ihr das endgültige Ergebnis des KBA vorliege. (reuters/apa/red)

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