Additive Fertigung

Deutsche Bahn setzt bei fehlenden Ersatzteilen auf 3D-Druck

Wird eine Zuggarnitur nicht mehr produziert, haben Bahnbetreiber bei einem Defekt ein Problem. Die DB will sich jetzt viel mehr fehlende Ersatzteile einfach "ausdrucken" lassen.

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Die Deutsche Bahn will in Zukunft manche fehlenden Ersatzteile mit Verfahren der additiven Fertigung herstellen - also mit 3D-Druckern "ausdrucken".  

Damit sollen defekte Züge schneller zurück auf die Schiene kommen, so Uwe Fresenborg, Chef der Fahrzeuginstandhaltung des Bahnbetreibers, gegenüber der Deutschen Presse Agentur dpa.

In den vergangenen knapp zwei Jahren seien bereits etwa 1.300 Ersatzteile aus dem 3D-Drucker produziert worden, so Fresenborg. Bis Ende nächsten Jahres will die Bahn 15.000 additiv gefertigte Elemente verbaut haben.

Die DB macht dabei keineswegs alles selbst, sondern setzt auf Zulieferer. Dazu hat der Betreiber ein Partnernetz aus 40 Unternehmen aufgebaut, darunter auch Universitäten und Start-ups.

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Beispiele für Ersatzteile aus dem 3D-Druck sind etwa Lüftungsgitter, Kabelkästen, Kopfstützen oder Mantelhaken.

Die additive Fertigung ist laut DB vor allem bei älteren Fahrzeugen von großem Nutzen, deren Bestand von den Herstellern nicht mehr angeboten werde und bei denen die defekten Ersatzteile nur in geringer Stückzahl benötigt würden.

(red)

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