Autoindustrie

Deutsche Autobauer starten wieder durch - in China

Bei den deutschen Autoherstellern geht es wieder aufwärts. Das zeigen die jüngsten Verkaufszahlen von Daimler, Volkswagen und Porsche. Trotzdem rechnen Beobachter mit einer Kündigungswelle.

Bei den deutschen Autoherstellern geht es wieder aufwärts. Das zeigen die jüngsten Verkaufszahlen von Daimler, Volkswagen und Porsche. Daimler will dennoch in großem Umfang Personal einsparen. Bis zu 20.000 Arbeitsplätze stehen laut Konzernkreisen auf der Kippe.

Daimler: "Kontroverse" Gespräche zwischen Belegschaft und Management

Ein Sprecher des Gesamtbetriebsrats von Daimler sagte, die Gespräche mit dem Management gingen weiter und sie seien durchaus kontrovers. Der Konzern fuhr auf Basis vorläufiger Zahlen im zweiten Quartal einen Verlust vor Zinsen und Steuern von 1,68 Milliarden Euro ein.

Im zweiten Quartal schnitt das Stuttgarter Unternehmen im zweiten Quartal besser ab als wegen der Corona-Einschränkungen befürchtet. Die Erholung von dem Stillstand in Fabriken und Autohäusern rund um die Welt gelang überraschend gut. Im Juni sei die Entwicklung sogar "stark" verlaufen, hieß esabend bei Daimler.

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Die Stammmarke Mercedes-Benz lieferte von April bis Juni weltweit 457.711 Autos aus, das waren gut 20 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das lag vor allem an Europa und Nordamerika. In China fand Mercedes bereits wieder in die Wachstumsspur zurück und erzielte im größten Automarkt der Welt ein Auslieferungsplus von fast 22 Prozent. Auch inklusive des schwachen ersten Quartals hat der Autoproduzent dort seit Jahresanfang wieder eine positive Bilanz vorzuweisen.

Chinesen kaufen wieder mehr Autos - Europäer verlieren ihre Arbeit

Im Volkswagen-Konzern fingen sich die Verkaufszahlen ebenso, weil die Geschäfte in China anzogen. Im Juni gingen die Auslieferungen weltweit im Vergleich zum Vorjahresmonat um 17,5 Prozent auf etwa 804.000 Fahrzeuge zurück, wie das Unternehmen mitteilte. Für das gesamte erste Halbjahr steht eine Abnahme um 27,4 Prozent auf knapp 3,9 Millionen Wagen in der Verkaufsbilanz.

Während sich das chinesische Geschäft im Juni weiter erholte (minus 3,9 Prozent) und für die gesamte übrige Region Asien-Pazifik sogar eine leichte Steigerung von 0,2 Prozent zustande kam, blieben die Verkaufsrückgänge im Heimatmarkt Westeuropa (minus 29,9), sowie in Südamerika (minus 27,0) und Nordamerika (minus 22,8 Prozent) beträchtlich.

Der Sportwagenbauer Porsche lieferte im ersten Halbjahr knapp 117.000 Fahrzeuge an Kunden weltweit aus. Das waren zwölf Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres, wie Porsche mitteilte. In Deutschland gingen die Auslieferungen um 25 Prozent zurück. In Europa insgesamt lag das Minus bei 18 Prozent. In den USA, dem zweitgrößten Einzelmarkt, waren es 20 Prozent. In China, wo Porsche weltweit die meisten seiner Autos verkauft, zog der Markt bereits wieder so sehr an, dass für das Halbjahr lediglich ein Minus von 7 Prozent stand. (dpa/apa/red)

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