Themendossier Stahlmarkt

2. Gewaltige Verwerfungen am Weltmarkt

Bei der weltweiten Stahlproduktion gab es in den vergangenen Jahren riesige Verschiebungen - zugunsten Chinas. Bei den Importen in die USA, dem wichtigsten Abnehmer, stehen sie trotzdem nicht an erster Stelle.

Stahlproduktion weitwelt

Bei den Anteilen der weltweiten Stahlproduktion gab es in den vergangenen Jahren gewaltige Verschiebungen - zugunsten eines einzigen Players.

Insgesamt hat sich die weltweite Produktion von Rohstahl zwischen 2000 und 2016 von 849 Millionen auf 1,63 Milliarden Tonnen nahezu verdoppelt, so die Zahlen der laut World Steel Association.

Der Produktionsanteil Chinas legte im Berichtszeitraum von rund 15 auf knapp 50 Prozent zu, jener der EU-28-Länder schrumpfte indes von fast 23 auf 10 Prozent. Die EU produziert rund drei Viertel für den Eigenbedarf.

Hier die Anteile 2000 und 2016 nach Daten des Weltstahlverbands:

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Stahl, Stahlindustrie, Stahlproduktion, Stahlhandel, Stahlexporte, Aussenhandel, USA, EU, Europa, China, World, Steel, Association, Grafik © APA/World Steel Association/dpa/WTO

Beim Stahlhandel weltweit nehmen die Exporte der Europäer und die Importe in die EU den größten Anteil ein - umso stärker sind für die Industrien Europas daher die großen Entwicklungen dieses Markts spürbar:

Stahl, Stahlindustrie, Stahlproduktion, Stahlhandel, Stahlexporte, Aussenhandel, USA, EU, Europa, China, World, Steel, Association, Grafik © APA/World Steel Association/dpa/WTO

Die USA sind das größte Abnehmerland für Stahl. Mögliche Strafzölle auf Stahl sollen in erster Linie Chinesen treffen - doch weit stärker treffen sie Stahlhersteller aus Ländern wie Kanada, Brasilien oder auch Deutschland.

Stahl, Stahlindustrie, Stahlproduktion, Stahlhandel, Stahlexporte, Aussenhandel, USA, Importe, EU, Europa, China, World, Steel, Association, Grafik, Handelsstreit © APA

Voestalpine produziert in den USA vor Ort

Von österreichischer Seite ist die voestalpine der größte Stahlkonzern, der in den USA - aber auch in Mexiko - aktiv ist, vor allem als Automobilzulieferer. Allerdings unterscheide sich die Situation der Voestalpine von jener anderer Hersteller - weil die Linzer schon im Land produzieren.

Für die Fertigung in den USA muss das Unternehmen daher keine Strafzölle. Entsprechend gelassen gibt sich der Konzernchef: Die Aktivitäten der Voestalpine würde der Großteil der geplanten Maßnahmen nicht berühren, so Wolfgang Eder >>

Thyssenkrupp: Kaskadeneffekte möglich

Ähnlich äußern sich große Stahlhersteller in Deutschland. So erwartet der Konzern Thyssenkrupp, der gerade an der Fusion seiner Stahlsparte mit dem indischen Unternehmen Tata Steel arbeitet, keine unmittelbaren Auswirkungen der neuen US-Stahlzölle.

"Wir haben nur ein geringes Engagement in den USA", so ein Sprecher von Thyssenkrupp gegenüber der Nachrichtenagentur dpa-AFX. Allerdings könnte es zu möglichen "Kaskadeneffekten" kommen. Mehr zu den Folgen hier auf Seite 3.

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1. Stahl ist nicht gleich Stahl: Riesige Produktvielfalt der Europäer >>

2. Gewaltige Verwerfungen am Weltmarkt >>

3. Strafzölle auf Stahl: Diese Folgen sind möglich >>

4. Das können WTO und EU tun >>

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