Lieferketten

Der Suezkanal ist wieder befahrbar - Schiffsverkehr angelaufen

Die Blockade des Suezkanals ist nach erfolgreicher Bergung des Frachters "Ever Given" aufgelöst - langsam normalisiert sich die Lage. Allerdings dürfte es noch einige Tage dauern, bis der Stau an Schiffen sich ganz aufgelöst hat. In den nächsten Tagen sollen hunderte Schiffe ihre Wartepositionen verlassen können.

Nach tagelanger Blockade durch einen quergestellten Riesenfrachter fahren wieder Schiffe durch den Suezkanal. In den nächsten Tagen sollen hunderte Schiffe ihre Wartepositionen verlassen und den Kanal durchqueren, sagte Osama Rabie, Leiter der Kanalbehörde, nach Medienberichten in Kairo. Die ersten Schiffe hätten bereits am frühen Montagabend Kurs aufgenommen.

Nach Rabies Worten werde nunmehr "rund um die Uhr" daran gearbeitet, den Stau von fast 370 Schiffen, die auf beiden Seiten des Kanals wegen der Blockade auf Reede warteten, auszulösen. Trotz des Endes der Blockade kann es nach Angaben von Reedereien noch mehrere Tage dauern, bis sich die gesamte Warteschlange aufgelöst haben wird. Rabie sagte, der Rückstau solle möglichst innerhalb von vier Tagen aufgelöst werden. Durch die Blockade habe die Kanalbehörde täglich bis zu 14 Millionen Dollar (rund 11,9 Mio. Euro) an Einnahmen verloren.

30.000 Kubikmeter Sand weggebaggert

Das Containerschiff "Ever Given" wurde wieder vollständig flottgemacht. Nach Angaben des Bergungsunternehmen Boskalis hatten Helfer dafür rund 30.000 Kubikmeter Sand weggebaggert. Die niederländische Firma hatte Ägypten bei der Freilegung des quergestellten Frachters unterstützt.

White Paper zum Thema

Auch der Schifffahrtsdienstleister Leth Agencies berichtete von der erfolgreichen Bergung des riesigen Frachters. Das 400 Meter lange Schiff bewegte sich nach der Bergung erstmals wieder aus eigener Kraft auf dem Kanal, wie ein Fotograf der Deutschen Presse-Agentur beobachtete. Sirenen begleiteten die Fahrt.

Die "Ever Given" soll nach der Bergung am Großen Bittersee am nördlichen Ende des Suezkanals untersucht werden. Wann sie ihre Fahrt nach Rotterdam fortsetzen kann, war zunächst unklar. Rabie sagte, zunächst müsse die Untersuchung des Vorfalls vollständig abgeschlossen werden. Der Frachter, der etwa die Größe des Empire State Buildings in New York hat, war am Dienstag vergangener Woche wegen eines Sandsturms auf Grund gelaufen.

Industrie warnt vor Engpässen in den Lieferketten

Die deutsche Industrie hatte wegen der Blockade vor Engpässen und Druck auf ihre Lieferketten gewarnt. Der Suezkanal ist unter anderem für die Chemie- und Autoindustrie eine wichtige Handelsroute.

Der Suezkanal verbindet das Mittelmeer mit dem Roten Meer und bietet damit den kürzesten Weg zwischen Asien und Europa. 2020 durchfuhren nach Angaben der Kanalbehörde fast 19 000 Schiffe die Wasserstraße. (dpa/apa/red)

Aktuell dazu:
Suezkanal: Industrie fürchtet noch längere Engpässe >>

Rückblick:
Suezkanal: Schiff bewegt sich - Ende der Blockade rückt näher >>
Suezkanal: Blockierendes Schiff konnte leicht bewegt werden >>  
Deshalb blockiert ein Containerschiff den Suezkanal >>