Hintergrund

Der stille Kampf der italienischen Regierung gegen das Bargeld

Italiens Regierung drängt Schritt für Schritt das Bargeld zurück. Mit neuen Programmen sollen Menschen zu bargeldlosem Bezahlen verleitet werden. Der Staat verspricht jedem Bürger "Bonusprogramme" von bis zu 300 Euro pro Jahr.

Finanzinstitute Italien Finanzen Hintergrund

Italien will bargeldloses Zahlen fördern. Die Regierung in Rom startete diese Woche ein "Cashback"-Bonus-Programm, mit dem der Staat eine Geldzurückerstattung ab gewissen Ausgabesummen garantiert. Voraussetzung ist die Anmeldung über eine App der öffentlichen Verwaltung. Zahlungen für Online-Einkäufe werden nicht berücksichtigt. Mit 1. Jänner wird außerdem das Limit fürs kontaktlose Bezahlen mit Karte ohne Eingabe der PIN von 25 auf 50 Euro erhöht.

Konsumenten, die mit Karte bezahlen, sollen 10 Prozent der Ausgaben vom Staat zurückerstattet bekommen. Die Ausgabenobergrenze liegt bei 1.500 Euro im Halbjahr bzw. bei 3.000 Euro jährlich. Die maximale Rückerstattung pro Jahr kann also 300 Euro betragen. Um ein Recht auf die Geld-Rückerstattungen zu haben, muss man binnen sechs Monaten mindestens 50 Zahlungen bargeldlos getätigt haben. Damit will die Regierung elektronische Zahlungen für kleinere Geldbeträge fördern.

Mit dem "Cashback-Plan" ist auch eine Lotterie verbunden. Zu gewinnen gibt es Geldpreise zwischen 5.000 und fünf Millionen Euro, die mit der Ziehung von Kassenbons verbunden sind. Insgesamt 901 Preise will der Staat wöchentlich, monatlich sowie bei einer jährlichen Ziehung vergeben. Damit will die Regierung die Konsumenten dazu Bewegung, Kassenbons bei ihren Einkäufen zu verlangen und somit die Steuerhinterziehung bekämpfen. Die erste wöchentliche Ziehung dieser Lotterie findet am 14. Jänner 2021 und die erste Monatsziehung am 11. Februar 2021 statt.

White Paper zum Thema

"Je mehr du die Kreditkarte nutzt, desto mehr kannst du gewinnen und zugleich hilfst du dem Land", lautet der Slogan der Werbekampagne, die die Regierung von Premier Giuseppe Conte zum "Cashback-Plan gestartet hat. Damit will das Kabinett auch die Steuerhinterziehung aktiv bekämpfen. Italien zählt bei bargeldlosen Zahlungen zu den Schlusslichtern in Europa. (apa/red)