Test

Robuste Schutzfunktion

Wir haben uns auf die Suche nach der perfekten Arbeitshose gemacht. Hier die Sieger und Verlierer des Härte-Tests.

Bauindustrie

Vor Hitze, Kälte und Verletzungen soll sie schützen und nebenbei noch viel aushalten – die perfekte Arbeitshose.

Auch wenn sich die zum Test eingeschickten Modelle in ihren Einzelheiten ziemlich stark unterscheiden, in einem Punkt sind sie gleich: Alle Hersteller setzen beim Stoff auf eine Mischung aus Polyester und Baumwolle und alle nehmen das in diesem Segment übliche Verhältnis von 65 Prozent Polyester und 35 Prozent Baumwolle.

Das ergibt strapazierfähige, auch relativ gut trocknende Hosen, die sich gut auf der Haut anfühlen, wobei das Tragegefühl auch vom Finish der Hose mitgeprägt wird: Hosen mit eher glatten Innenseiten, wie etwa die Corline 505 von Reindl oder die Artefix von Konstant, fühlen sich tendenziell kühler an, stärker aufgeraute Modelle wie die Mycore Force etwas wärmer. Ob man eine Hose als eher warm oder eher kalt empfindet, wird außerdem vom Schnitt mitbestimmt. Etwas enger und damit wärmer fällt zum Beispiel die Motion von Engelbert Strauss aus, doch auch in ihr kann die Luft gut zirkulieren.

Ebenfalls wichtig für das Wärmeempfinden, mehr noch aber für die Schutzfunktion ist die Dichte der Hose. In diesem Punkt unterscheiden sich die getesteten Modelle ziemlich stark voneinander. Von 245 g/m2 bei der Corline 505 bis zu 315 g/m2 bei der Mycore Force reichen die Werte. Die letztgenannte Hose hat eine Testerin daher nicht zu Unrecht als „den LKW unter den Arbeitshosen“ bezeichnet: robust, unverwüstlich, absolut professionell, aber etwas schwer. Wobei das Gewicht nicht ausschließlich von der Dichte des verwendeten Stoffs abhängt, sondern auch von der Ausstattung. Und diesbezüglich lässt sich die Mycore Force nicht lumpen: Taschen über Taschen, Features ohne Ende.

White Paper zum Thema

Während Gewicht, Wärmeschutz und Schutz vor Verletzungen kaum ein Vergleichskriterium sind, weil je nach Einsatzgebiet einmal Leichtgewichte und ein anderes Mal richtig schwere Kerle gefragt sind, können bei der Verarbeitung eher vergleichbare Kriterien gefunden werden. Wir haben uns daher als Erstes die klassischen Schwachstellen einer jeden Hose angeschaut: die Nähte. Mit Ausnahme der Salesianer Elite, die für eher leichten Einsatz gedacht ist, sind die Nähte aller getesteten Hosen zweifach ausgeführt. Als die absolute Nähte-Königin entpuppt sich aber die Tools von Pionier Workwear, bei der sie gar dreifach gesteppt sind.

Unter die Lupe genommen haben wir auch die Reißverschlüsse, für gewöhnlich neben Nähten die zweite Problemzone eines jeden Kleidungsstücks. Im Wissen darum gehen die meisten Hersteller mit Reißverschlüssen löblicherweise sparsam um und nutzen sie entweder nur für den Hosenschlitz (Salesianer Elite, Dickies Industry 1001, Konstant Artefix, Mycore Force) oder allenfalls noch für eine zusätzliche kleine Münztasche (Reindl Corline 505, Pionier Tools). Lediglich Engelbert Strauss verwendet noch einen weiteren, dritten Reißverschluss, um damit auch eine seiner vielen Beintaschen abzuschließen.

Wenn es darum geht, Taschen zu verschließen, wird das bei fast allen Modellen vor allem mit Klettverschlüssen gearbeitet, was wohl
die beste Lösung ist. Da es allerdings nicht immer einfach ist einen Klettverschluss, der sich richtig gut festgefressen hat, aufzumachen, gehört unserer Meinung nach zu jeder Klettverschlusstasche auch eine kleine Griffschlaufe, an der man anziehen kann, um die Tasche zu öffnen. Die Motion von Engelbert Strauss, die Corline 505 von Reindl, die Artefix von Konstant, die Mycore Force von Gottfried Schmidt bzw. Mewa und die Pionier Tools gönnen ihren Trägern diesen Luxus, die anderen getesteten Modelle leider nicht.

Bei einigen Modellen werden für Taschen nicht nur Klettverschlüsse verwendet, sondern teilweise auch Druckknöpfe. Ein etwas heikler Punkt. Denn wie alle harten Teile können Druckknöpfe in unfreundlichen Kontakt mit den gerade bearbeiteten Werkstücken treten und auf diesen unhübsche Abdrücke hinterlassen. „Werk und Technik“ findet daher: Wenn Druckknöpfe, dann nur abgedeckt. Die Designer der Mycore Force, der Pionier Tools und der Dickies Industry 1001 teilen unsere Meinung offenbar, sie decken die verwendeten Druckknöpfe vorbildlich ab. Bei der Konstant Artefix ist das nicht nötig: Sie hat keine Druckknöpfe. Die Salesianer Elite und auch die Modelle von Reindl und Engelbert Strauss lassen ihre Druckknöpfe hingegen unabgedeckt.

Als eines der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale von Arbeitshosen untereinander gelten Taschen. Hier setzen die Hersteller ganz offensichtlich auf das Motto: Genug ist nicht genug. Fünf Taschen wie bei der Salesianer Elite bilden die Untergrenze. Den Taschen-Rekord stellt die Motion von Engelbert Strauss auf, mit nicht weniger als dreizehn Stück.

Verwandte tecfindr-Einträge