Brexit

Brexit: Die Konsequenzen für EXPORTE und IMPORTE

Die britische Regierung muss ihre Beziehungen mit der Europäischen Union nach dem Votum der Bürger für einen Austritt aus der Staatengemeinschaft neu regeln. Weitreichende Konsequenzen für den Standort Europa zeichnen sich ab. Hier die wichtigsten.

Der Rest der EU liefert Waren im Wert von 100 Mrd. Euro ins Vereinigte Königreich. Zugleich exportiert Großbritannien Dienstleistungen für 20 Mrd. Euro auf den Kontinent, das ist mehr, als von dort die britische Inseln erreichen. Ein Großteil entfällt dabei auf Finanzdienstleistungen.

Englands Stärke: Die Finanzfirmen der City of London

Die Befürworter eines Brexit haben argumentiert, dass es im Interesse der EU sei, ein Freihandelsabkommen mit Großbritannien auszuhandeln. Allerdings liegt der Fokus solcher Abkommen oft bei Waren und weniger bei (Finanz-) Dienstleistungen. Die Schweiz etwa, deren Finanzdienstleistungen einen noch größeren Anteil an der Wirtschaftsleistung des Landes haben als die von Großbritannien, hat keinen freien Zugang zu den EU-Märkten.

Heftige Turbulenzen am Devisenmarkt

Das Brexit-Votum hat zu heftigen Turbulenzen am Devisenmarkt geführt. Der Euro gab deutlich nach, das britische Pfund rutschte auf den tiefsten Stand seit 1985 ab. Der bevorstehende Austritt Großbritanniens habe das Vertrauen in den Zusammenhalt der Europäischen Union (EU) geschwächt, hieß es aus dem Handel. Außerdem rechnen Experten mit geldpolitischen Lockerungen in Reaktion auf den Brexit. Notenbanken signalisierten am Freitag Handlungsbereitschaft. Die als sichere Häfen geltenden Währungen Yen und Franken waren unterdessen stark im Aufwind.

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Euro und Pfund brechen ein

Der Euro verlor am Freitag etwa 3,5 Prozent an Wert und fiel zwischenzeitlich bis auf 1,0913 US-Dollar. Das war der tiefste Stand seit März. Da sich viele Marktteilnehmer in den vergangenen Handelstagen auf einen Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union eingerichtet hatten, waren die Ausschläge ungewöhnlich hoch. Zuletzt lag der Euro bei 1,1045 US-Dollar.

Unterdessen sorgt die panikartige Reaktion auf das Brexit-Votum vor allem beim Pfund für einen Ausverkauf. Die britische Währung fiel zwischenzeitlich unter 1,33 Dollar bis auf 1,3229 Dollar. Das war der tiefste Stand seit 1985. Damit war das Pfund rund elf Prozent billiger als in der Nacht, als die britische Währung zeitweise noch etwas mehr als 1,50 Dollar gekostet hatte. Zuletzt lag das Pfund bei 1,3630 Dollar. Die Bank of England erklärte am Freitagmorgen, sie werde alle notwendigen Schritte einleiten, um die Stabilität zu sichern. Man habe sich bereits mit anderen Notenbanken verständigt. (dpa/reuters/apa/red)

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