Luftfahrt

Der AUA macht die "Schwemme von Billigfliegern in Wien" zu schaffen

Die AUA absolviert rund 364 Flüge pro Tag. Wegen der "Schwemme von Billigfliegern in Wien" und den steigenden Kerosinkosten hat die österreichische Fluggesellschaft im ersten Halbjahr trotzdem einen hohen Verlust eingeflogen.

Die AUA hat im zweiten Quartal heuer zwar wieder schwarze Zahlen eingeflogen, bleibt nach dem hohen Minus im ersten Quartal zum Halbjahr aber weiter in den roten Zahlen. Der operative Gewinn (angepassetes EBIT) von 46 Mio. Euro von April bis Juni in Höhe hat den Verlust aus den ersten drei Monaten in Höhe von 99 Mio. Euro nicht kompensiert, teilte Austrian Airlines mit.

Zum Halbjahr weist die österreichische Lufthansa-Tochter daher ein negatives (angepasstes) EBIT in der Höhe von 53 Mio. Euro aus (EBIT: 54 Mio. Euro). Im Vergleichszeitraum des Vorjahres lag dieser Wert wenn auch gering aber immerhin mit 5 Mio. Euro im Plus. Das (angepasste) EBIT lag im zweiten Quartal des Vorjahres schließlich deutlich heuer. Es hatte sich auf 78 Mio. Euro belaufen. Im Periodenvergleich brach der Gewinn somit um 41 Prozent ein.

Aktuell positiv ausgewirkt hätten sich Investitionen in die Flotte und ins Service. Denn die Passagierzahl stieg um 6 Prozent oder 375.000 Menschen auf 6,7 Millionen Reisende, teilte die AUA mit.

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Aber nicht nur der Gewinn ist in den tiefroten Bereich gerutscht. Auch der Umsatz ist gesunken. Er beläuft sich nach sechs Monaten im Jahr 2019 auf 982 Mio. Euro, nachdem es vor einem Jahr noch 1,008 Mrd. Euro gewesen waren.

Zwei Faktoren als Treiber

"Der starke Ergebnisrückgang ist im Wesentlichen auf zwei Faktoren zurückzuführen", sagt AUA-Finanzvorstand Wolfgang Jani. Er verweist auf "die Billigflieger-Schwemme in Wien und gestiegene Kerosinkosten". Helfen soll der im Jänner angekündigte Flottenumbau. "Der Ausbau unserer Airbus-Flotte wird uns im Wettbewerb mit den Billigfliegern helfen", hofft Jani. "Denn die Jets erhöhen den Kundenkomfort. Die Änderung der Flottenstruktur wird sich aber auch positiv auf unsere Stückkosten auswirken, da wir mit weniger Flugzeugen mehr Plätze anbieten können."

Die AUA rechnet aber trotzdem mit einem "schwierigen Jahr 2019. Wir werden positiv sein, aber deutlich unter Vorjahr", kündigt Jani fürs Gesamtjahr 2019 an. Das begründet er ebenso mit dem harten Wettbewerb mit Low-Cost-Carriern und dem Kerosinpreis. 2018 hatte Austrian Airlines ein (angepasstes) EBIT von 83 Mio. Euro erwirtschaftet.

Beim Halbjahresergebnis sind die betrieblichen Aufwendungen sind im Halbjahresvergleich um 2 Prozent auf 1.073 Millionen Euro gestiegen (1. Halbjahr 2018: 1.048 Mio. Euro). Grund dafür war ein Mehraufwand für Treibstoff- und routinebedingte Wartungskosten.

Der Aufwand für Kerosin ist um 17 Prozent oder 34 Mio. Euro gestiegen. Die Technik-Aufwendungen machten einen Riesenschwung und liegen heuer zum Halbjahr um 47 Prozent oder 27 Mio. Euro über den ersten sechs Monaten 2018.

Gut entwickelte sich das Interkontinentalgeschäft, in dem die Passagieranzahl um 13,2 Prozent stieg. Das Angebot gemessen in angebotenen Sitzkilometern (ASK) wurde im Gesamtsystem um 5 Prozent auf 13,6 Milliarden erhöht. Die Auslastung stieg um 2,3 Prozentpunkte auf 78,1 Prozent.

Um zwei Prozent weniger Mitarbeiter

Die AUA-Mitarbeiterzahl sank um 2 Prozent auf 6.999. Die Reduktion um 119 Mitarbeiter (minus 2 Prozent verglichen zum Stichtag 30. Juni 2081) stehe im Zusammenhang mit Produktivitätsgewinnen im Zusammenhang mit der letzten KV-Reform und dem Umstand, dass sich weniger Piloten in Umschulungen befinden.

Die AUA hat seit Jahresbeginn mit 82 Flugzeugen 66.419 Flüge durchgeführt. Das sind rund 364 Flüge pro Tag. In der Unternehmensaussendung wurde darauf verwiesen, dass der im Jänner angekündigte Flottenumbau Gestalt annehme. (APA/red)